WorldCalling4Me

Wenn die Welt ruft...

6 Tipps, wie du richtig gute und tourifreie Bilder erstellen kannst

Während, aber vor allem nach meiner letzten Reise wurde ich mehrfach gefragt, ob es in Jordanien denn so gar keinen Tourismus gäbe oder warum auf nahezu allen meinen Fotos keine anderen Menschen zu sehen seien. Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden, einen Artikel zu verfassen, der dieses „Geheimnis“ lüftet. Aber Vorsicht, hier findest du nun auch die nicht-tourifreien Bilder. 😉

Tipp #1: Gehe direkt zu den Öffnungszeiten

Die meisten Touristenattraktionen öffnen entweder um 8 oder 9 Uhr. Der Großteil der Busse, die die Touristen abholt, fährt nach dem Frühstück, so dass die Touris noch in Ruhe ihr Frühstück vor ihrem Ausflug einnehmen können. Verzichte auf dein Frühstück, packe dir etwas ein oder besorge dir etwas am Vortag, das du auf der Fahrt dorthin essen kannst. Auf diese Weise stehst du direkt zu den Öffnungszeiten am Eingang.

Wie du auf dem Bild sehen kannst, ist dies der Eingang zu Jerash. Er ist vollkommen menschenleer.

Eineinhalb Stunden später sah es dort so aus.

 

Tipp #2: Sei vorbereitet und vor allem schnell

Du solltest wissen, wohin du möchtest und wie es dort in etwa aussieht. Du musst natürlich nicht die Details zu jeder einzelnen Station kennen, die du dir an diesem Tag ansehen möchtest, aber du solltest zumindest einen groben Plan haben, wo sich was befindet. Im Internet findest du genügend Informationen darüber.

In Bezug auf Jerash habe ich mir im Vorhinein angeschaut, wo Zeus Tempel, Südtheater, Artemis Tempel und Macellum liegen. Diese waren für mich meine Schwerpunkte.
Und ansonsten: Hau‘ drauf auf den Auslöser, sobald sich einmal für ein paar Sekunden niemand in deinem Blickfeld befindet und sich eine Möglichkeit bietet, schieß‘ notfalls hunderte von Fotos aus unterschiedlichen Blickwinkeln – du kannst später immer noch löschen und aussortieren. Mein Fokus bei der Besichtigung ist zunächst die tourifreie Zone, ein menschenleeres Bild. Erst wenn ich alles geschossen habe, das ich möchte, nehme ich mir noch einmal Zeit und betrachte alles mit meinen eigenen Augen und nicht durch die Kamera. Anstrengend? – Mag sein! Aber ich liebe meine schönen Bilder. 😉

Maximus

Und so sah es hinter mir aus:

 

Tipp #3: Sei aber auch geduldig

Trotz all der Schnelligkeit, die du haben solltest, sei geduldig. Es kommt nicht selten vor, dass ich manchmal minutenlang an einer Position sitze, die ich unbedingt fotografieren möchte und darauf warte, dass sie menschenleer ist. Ja, das kann dauern. Aber das perfekte Bild ist es wert. Auf Mount Nebo saß ich beispielsweise zwanzig Minuten vor dem Kreuz, vor dem sich – es waren nur etwa zehn bis 15 Touristen da – alle fotografieren lassen wollten. Keinen von denen wollte ich aber auf meinem Bild haben.

Mount Nebo

Tipp #4: Kenne deine Kamera

Wenn sich der Moment ergibt, solltest du nicht erst deine Kameraeinstellungen vornehmen müssen. Diese sollten schon lange abgeschlossen sein, so dass du nur noch auf den Auslöser drücken musst.

Bei diesem Bild war der Selbstauslöser mit Zeittaktung bereits eingestellt, die Kamera stand in entsprechender Position – ich musste lediglich noch darauf warten, dass sich zwei Menschen aus dem Bild bewegten.

Für gewöhnlich stelle ich den Selbstauslöser auf 10 Sekunden ein. Es werden dann 3 Bilder im zeitlichen Abstand von 4 Sekunden erstellt. Alternativ kannst du auch per Sprache die Kamera auslösen, indem du einfach „Klick“ sagst. Dies funktioniert auf jeden Fall mit den Samsungs ab S5 (Danke, Edo, für den Tipp! 🙂 ). Da ich für meine Bilder nahezu ausschließlich mein S6 verwende, positioniere ich mein Handy meist mithilfe meiner Handtasche oder aber auch der Selfie-Stange.

Tipp #5: Mach‘ deine Tour entgegen der guided tours und nimm‘ dir das Herzstück zuerst vor

Für gewöhnlich ist es so, dass die Touris (natürlich) vorne mit der Führung anfangen und hinten (natürlich) aufhören. Sehr häufig ist es auch so – das hängt davon ab, wie sich die Hotspots bei der jeweiligen Attraktion verteilen -, dass die tour guides das Beste zum Schluss aufheben. Sozusagen um die Spannung zu steigern.

Gerade bei Jerash habe ich die guides beobachtet. Sie haben den Zeus Tempel und das Südtheater zunächst ignoriert und sind mit den Touris auf dem Cardo Maximus entlang gelaufen. Diese Zeit konnte ich nutzen und direkt und tourifrei zum Zeus Tempel und zum Südtheater gehen.

Blick auf den Zeus Tempel

Tipp #6: Nimm‘ unbequeme oder ungewöhnlichere Wege in Kauf

Während sich die Touris auf dem Cardo Maximus befanden, wanderte ich auf dem Feldweg oberhalb entlang. Nicht sonderlich bequem zu laufen und auch etwas feucht – in der Nacht hatte es geregnet – aber auch das war es wert.

Macellum Jerash

Oder hier im Vergleich: Nordtheater mit Draufsicht auf das Theater und das, was daneben herrschte – ich war einfach nur von oben rein gekommen und bin nicht die Stufen hochgelaufen.

 

Fallen dir noch irgendwelche Tipps ein? Wie kommst du zu deinen tourifreien Bildern?

Merken

Merken

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "6 Tipps, wie du richtig gute und tourifreie Bilder erstellen kannst"

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Mama
Gast

Bist ja ein richtiger Profi geworden. Nicht nur was das fotografieren anbelangt. Guter Tipp mit dem Selbstauslöser per Sprache 👍😆

wpDiscuz