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Wenn die Welt ruft...

Meine Top 10 Reise-pet-peeves

Komm mit und schau; so schön ist unsere Welt!
Dem, der mit offenen Augen reist, schenkt sie ihren Zauber.
Ihm öffnet sie den Horizont,
ihn lässt sie im Kleinen
das Große entdecken, im Fremden das Bekannte,
im Alltäglichen das Wunder.
Komm mit und schau!

(Autor unbekannt)

Ja, wenn einer eine Reise tut, dann kann was erzählen! Ja, er kann erzählen von den schönsten Orten auf dieser Welt, von den schönsten Stränden, von den anregendsten Sonnenuntergängen, vom besten und gesündesten Essen, von Reisebekanntschaften, die einen auf einem Teil der Reise begleitet haben und vielleicht zu wertvollen Freunden geworden sind. Die Zurückgebliebenen sind meist gespannt auf die wundersamen Geschichten, die der Reisende zu erzählen hat, saugen seine Geschichten voller Neugier und Spannung auf. Hat der Reisende einen Blog und teilt seine Erlebnisse auf diesem mit den Zurückgebliebenen, erleben diese die Reise durch seine Augen.
Zahlreiche Züge, Autos, Busse und Flüge habe ich in den letzten Jahren bestiegen, war der Gastgeber meiner eigenen Travel Show, vieles war Abenteuer. Manches auch nicht. Manches begegnet einem immer wieder auf Reisen. Von diesem möchte ich heute berichten, von meinen Top 10 meiner Reise-pet-peeves.

Top 10: (versteckte) Zusatzkosten auf Flügen

Ich soll also 500 Euro, wobei die Hälfte davon schon sicherlich für Steuern drauf geht, für meinen Flug bezahlen?! Und dann noch einmal 50 Euro für mein Gepäck?! Und noch einmal 10 Euro für ein übel schmeckendes Sandwich und eine Cola?! Ernsthaft?! Irgendwie klingt das doch ein bisschen lächerlich. Warum legt man dann nicht gleich die Kosten auf das Ticket um? Warum diese Umstände machen? Ich würde es doch sowieso nicht bemerken. Und, ist es nicht irgendwie seltsam, dass man für etwas, das ich als “basic service” bezeichnen würde, noch einmal extra bezahlen soll?!?!
Man könnte meinen, dass wir im Zeitalter angekommen sind, in welchem Transparenz auch bei Fluggesellschaften herrscht. Das tut sie sicherlich. Irgendwie. Auf den zweiten Blick. Natürlich ist mein Blick bei Flugbuchungen extrem geschärft. Dennoch bin ich jedes Mal wieder angenervt, wenn ein vermeintlich günstiges Angebot dann den Zusatz enthält, dass man für das Gepäck und Getränke extra bezahlen muss. Mittlerweile bin ich bereits dazu übergegangen, bestimmte Fluggesellschaften deswegen einfach zu meiden, aber immer funktioniert das nicht.
Also, mal ernsthaft!

Top 9: die unvorhergesehenen Überraschungen an der security control

Alle Flüge wieder muss man durch die Security Control. Es ist ein offenes Geheimnis: Notebooks, Tablets, Handys müssen extra gelegt werden, einen Schal soll man nicht umbehalten, ebenfalls entledigt man sich von seinem Gürtel, die Hosentaschen müssen leer sein, Flüssigkeiten befinden sich in einem Vakuumbeutel und sind nicht in größeren Mengen als 100ml vorhanden, auch sie werden neben das Handgepäck gelegt und, wenn frau Stiefel trägt, zieht sie sie am besten ebenfalls direkt aus, denn die piepsen unter Garantie.
Was ist daran so schwierig zu verstehen?! Diejenigen, die es sich nicht merken können, könnten es theoretisch sogar im Internet nachlesen. Warum beginnen Reisende erst dann in ihrem Handgepäck zu kramen, wenn sie direkt vor der Security Control stehen und eigentlich schon dran sind?!

Top 8: gate lice

Gate lice ist die Spezies Tierchen, die sich bereits 20 Minuten vor dem Boarding vor dem Gate anstellt in der Hoffnung, 30 Sekunden früher an Bord zu sein als all die anderen Passagiere. Das funktioniert nicht nur deswegen nicht, weil nicht alle gleichzeitig in den Flieger steigen können, sondern weil viele Airlines mittlerweile (endlich) dazu übergegangen sind, Gruppen oder Zonen für das Boarding einzurichten, die sich übrigens dem Boarding Pass entnehmen lassen. Sinnlos also, vor dem Gate herumzulungern.
Es verwirrt auch diejenigen, die nicht häufig reisen, denn die stellen sich dann einfach dazu. Auf wundervolle Weise bringen sie so Chaos in den ganzen Boarding Ablauf. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen – ich kann es einfach nicht mehr sehen – auf den letzten Drücker ans Gate zu kommen und, nachdem zum Boarden aufgerufen wurde, erst noch einmal die Toilette aufzusuchen, denn bis sich die ganzen Flöhe und Läuse koordiniert haben, bin ich längst zurück und kann ungestört boarden. Außer natürlich, ja, außer es sind unter den Flöhen und Läusen wieder welche dabei, die erst direkt vor dem Boarden feststellen, dass sich ihr Ticket, das gescannt werden muss (Überraschung, das Ticket braucht man hier wirklich, wie sonst sollen die denn wissen, wer alles im Flieger ist und wer nicht?!), irgendwo ganz unten im (übrigens völlig überladenen) Handgepäck befindet.

Top 7: Flugzeug bin hogs

Bin hogs sind ebenfalls ein paar absonderliche kleine Tierchen, die einem den letzten Nerv rauben können. Es handelt sich dabei um eine Spezies, die davon ausgeht, dass sie das gottgegebene Recht innehat, exakt den Platz über ihrem Sitz als Ablage für ihr Handgepäck beanspruchen zu können! Den und nicht den gegenüber. Auch nicht den daneben! Nein, genau den!
Flugzeuge fördern wirklich die schlimmsten Charaktereigenschaften von Menschen ans Tageslicht. Was ist so schwierig daran, das Handgepäck schnell in die Ablage zu legen? Und wenn es doch etwas länger dauern sollte, was ist so schwierig daran, erst einmal in seine Reihe zu gehen und sich später um das Handgepäck zu kümmern? Im Notfall übernimmt das auch eine nette Flugbegleiterin, die übrigens, sollte sie das Gepäckstück irgendwoanders lagern als exakt über dem Sitzplatz des Passagiers, auf Zuruf das Gepäckstück jederzeit wieder holt.

Top 6: Gestank im Flugzeug

Egal in welche Richtung – zu viel Parfum ist mindestens genauso übel wie übelriechende Reisende. Mehrere Stunden zusammengequetscht in einem fliegenden Schuhkarton – bitte, es gibt Wasser, Deo und mittlerweile überall an Flughäfen Duschen und Toiletten. Übertreiben muss man es aber weder in die eine noch in die andere Richtung. Und wenn wir gerade bei Gestank sind, man mag ja vom Flugzeugessen halten, was man möchte, ich mag es selbst nicht und bringe daher immer mein eigenes Lunchpaket mit, aber muss man denn wirklich unbedingt ein Thunfisch-Sandwich in einem Flugzeug verspeisen?!

Top 5: eine nicht vorhandene baby section

Herr Gott nochmal, wer sein Kind nicht beruhigen kann – und ja, ich weiß, dass Start und Landung eine besondere Herausforderung für die Kleinen darstellen und daher zähle ich diese schon gar nicht mehr dazu -, was muss man dann fliegen?!?! Ich bin wahrlich kein Kinderhasser, aber gegen dieses Geschrei sind auch die besten Ohropax völlig machtlos. Punkt. End of discussion.

Top 4: das hurry-up-and-wait-Motto nach der Landung

Jedes Mal aufs Neue schäme ich mich fremd. Der Flieger ist kaum in seiner Parkposition, stehen die Passagiere auf, greifen nach ihren Taschen und möchten so schnell wie möglich den Flieger verlassen. Weder ein Bus ist auf dem Rollfeld vorgefahren noch auch nur ein Zentimeter der gangway. Chillt mal, es hat seine Zeit gedauert, bis der Flieger beladen war, es wird auch seine Zeit dauern, bis er wieder entladen sein wird. Und vor allem wird es seine Zeit dauern, bis man ihn verlassen kann.

Top 3: Menschen, die nicht in der Lage sind, sich angepasst zu kleiden

Dieses Jahr war ich in Istanbul. Eine Bedingung für den Eintritt in die Blaue Moschee war, dass Frauen komplett verhüllt sein mussten. Netterweise gab es für alle, die es nicht so mit Vorbereitung haben, am Eingang kostenlos Sarongs, um je nach Bedarf Haare, Schultern oder Knie zu überdecken. Die Moschee mit nahezu ausschließlich blau gekleideten Touristinnen betretend – was schon schlimm genug war, denn es ließ den Schluss zu, dass sie einfach keine Ahnung hatten, wie man sich richtig kleidet – fiel mir eine Touristin auf, die, kurz nachdem sie an den wachsamen Augen der Einlasser vorbei war, ihren Sarong entfernte und in Hotpants in der Moschee stand. Fassungslosigkeit machte sich in mir breit.
Ein weiteres Ereignis, das mir dazu einfällt: Grenzübergang Thailand – Kambodscha. Zahlreiche Einheimische. Wenige Touristen. Es ist mitten am Tag. Eine Frau sitzt mit einem Minikleid am Grenzübergang. Die Blicke der Asiaten auf sie gerichtet. Positiv waren sie nicht. Abwertend, eher verwirrt, etwas angewidert und entsetzt. Ich konnte es nicht länger ansehen. Ich sprach sie an und bat sie darum, bei der Länge ihres Kleides und dem Ort, an dem sie es trägt, wenigstens ihre Beine übereinander zu schlagen. Wenn sie sich schon nicht an die Gepflogenheiten des Landes halten könne, solle sie wenigstens nicht auch noch breitbeinig auf ihrem Stuhl sitzen. Ey! Ich kann es nicht oft genug sagen: Respektiere die Kultur und die Gepflogenheiten der Länder, die du bereist. Zieh’ dir was Gescheites an – alles andere ist respektlos und beschämend.

Top 2: Laute, überdurchschnittlich laute, hostel mates

Mit dorms habe ich nun wirklich kein Problem. Sie sind meist unkompliziert und für ein, zwei Nächte durchaus in Ordnung. Aber regelmäßig bekomme ich die Krise, wenn ich in einem Hostel übernachte und meine Mitbewohner nach Mitternacht in das Zimmer kommen, sämtliche Lichter anschalten und sich durch ihre Plastiktüten suchen. Da helfen weder Ohropax noch Schlafmaske. Und, natürlich, geschieht dies immer in den Nächten, in denen man um 4 Uhr morgens aufstehen muss, um zum Flughafen aufzubrechen.

Top 1: unfassbar unhöfliche Reisende

Wir kennen sie alle, diese eine Person, die sich total unhöflich und beleidigend gegenüber Angestellten verhält – egal ob dies das Personal am Checkin oder Gate, an der Security Control oder die Bediensteten in Hotels oder Autovermietungen sind. Wenn irgendeine klitzekleine Kleinigkeit schief geht oder nicht nach ihren Vorstellungen läuft, lassen sie den Zorn Gottes über sie kommen. Was auch immer schief gelaufen ist, es ist für gewöhnlich nicht die Schuld exakt diesen Personals. Oft habe ich mich gefragt, was diese Menschen zu kompensieren versuchen, dass sie sich so verhalten. Denn eines sollte man nicht vergessen, dieses, ja, genau dieses Personal ist auch in der Lage, Dinge besser zu machen – oder eben auch schlechter. Nette Worten haben mir schon häufig kostenlose Drinks, Upgrades in Flugzeugen, bessere Zimmer oder eine höhere Gruppe bei der Autovermietung verschafft. Und sooo schwierig ist es gar nicht, ein paar nette Worte über seine Lippen kommen zu lassen.

Trotz all der Widrigkeiten, die ab und an eine Reise mit sich bringt, überwiegen natürlich immer und Gott sei Dank die positiven Seiten des Reisens und so schließe ich heute mit einem treffenden Zitat von Knigge, der übrigens auch ganz viel über Verhaltensweisen zu sagen hatte, die man je nach Bedarf gerne einmal nachlesen kann: “Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor, Vergessenheit aller häuslichen Sorgen, und dass man sich durch widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lässt.


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