WorldCalling4Me

Wenn die Welt ruft...

ghatting around Pushkar: Hügel, Affen, Tempel und lecker lecker sweets

Pushkar

Ein Hügel mitten in der Stadt, auf dem sich ein Tempel befindet, ein See, der seit Urzeiten als heilig angesehen wird, zahlreiche Ghats am Ufer des Sees für die Pilger und Betenden und alles umgeben von steinigem Wüstenboden – das ist Pushkar.

Pushkar

Die Entstehung von Pushkar

Eine sehr gute Eselsbrücke, um sich die drei Hauptgötter in der indischen Mythologie merken zu können, ist folgende:

Ggenerator/creator (Brahma)

Ooperator (Vishnu)

Ddestroyer (Shiva)

Als Brahma über die Erde flog, stellte er fest, dass er auf dieser bisher keinen Ort für einen Opferplatz besaß. Daraufhin ließ er drei Lotusblüten auf die Erde fallen. An den Stellen, an denen die Blüten den Wüstenboden berührten, entsprangen drei Quellen. Eine der Lotusblüten landete in Pushkar, was übersetzt „Lotos“ bedeutet. Aus dieser heraus war der Pushkar Lake entstanden. Bevor Brahma schließlich in sein himmlisches Reich zurückkehrte, zelebrierte er an den letzten fünf Tagen vor dem Vollmond im Monat Kartik ein großes Fest.

Der Eingang zum Brahma Tempel

 

Zur ausgerufenen Party kamen zahlreiche Götter. Auch Brahmas Frau Saraswati sollte daran teilnehmen, da sie als seine Ehefrau einen zentralen Bestandteil in den Ritualen innehatte. Der Bote jedoch, der Saraswati zur Feier bringen sollte, belog Brahma, indem er ihm mitteilte, dass seine Herzallerliebste leider verhindert sei. Kurzerhand ehelichte Brahma daraufhin ein Hirtenmädchen. Dass diese Aktion natürlich zum Scheitern verurteilt sein musste, ist klar, oder?!

Es kam also wie es kommen musste: Seine Aktion flog auf, denn seine Frau erschien kurz nachdem die Party begonnen hatte, war natürlich stinksauer und verfluchte ihren Mann. Fortan sollte er nur noch an einem einzigen Tag im Jahr in einem einzigen Tempel gefeiert werden.

Nachdem sie den Fluch ausgesprochen hatte, zog sie sich auf einen Hügel zurück, auf welchem noch heute ein Tempel mit ihrem Namen zu finden ist und ihrer gehuldigt wird: der Saraswati Temple.

Der Brahma Tempel in Pushkar blieb seither daher der einzige Brahma-Tempel in Indien und wahrscheinlich auch weltweit.

Heading for Pushkar

Nach einem kurzen Frühstück – es gibt Buha (ein Reisgericht) und ordentlich Masala Tea – beginnt die lange Fahrt von Udaipur nach Pushkar.

Buha

Frühstück: check!

 

Circa sechs Stunden reine Fahrt liegen vor mir, lediglich unterbrochen von zwei kurzen Pausen irgendwo zwischen Udaipur und Ajmer und kurz vor Pushkar. Erstere zum Mittagessen. Ja, ich esse mittlerweile eigentlich den lieben langen Tag. An fahrbaren Ständen. In Restaurants für locals. Oder auf dem Markt. Und ja, es “bleibt”. 😉

Pushkar

Letztere, um die Aussicht auf Ajmer zu bestaunen und vom dortigen Begrüßungskomitee empfangen zu werden.

Blick auf Ajmer

 

Das Begrüßungskomitee

 

Die essen auch den ganzen Tag 😉

 

Nach den Preisverhandlungen im Hotel und dem daraufhin erfolgten Check-In mache ich mich direkt auf zu meinem ersten Tempel dieses Tages, dem Savitri Mata Tempel.

Savitri Mata Tempel

Es gibt zwei Möglichkeiten, um zu diesem Tempel zu gelangen: Stufen oder Seilbahn. Da es über 1000 Stufen sind, die zu nehmen sind, um auf den Gipfel des Berges zu gelangen – und du kannst dir sicher sein, dass es sich hierbei ganz sicher nicht um europäische und auf Maß angefertigte Treppenstufen handelt, die alle gleich hoch und groß sind – entscheide ich mich, die Seilbahn zu nehmen. Eine indische Seilbahn.

Aber gut, sei‘ es drum. Ich sende ein letztes Lebenszeichen an meine Mum mit dem Hinweis, dass ich nun eine indische Seilbahn besteigen werde. Ich erhalte die Antwort: „Runter kommen sie alle“ und bin dankbar um den mir entgegengebrachten Beistand. *ironieoff* Ganz geheuer ist mir die Aktion nicht. Vor allem nicht, als das Ding auf halber Höhe plötzlich zum Stehen kommt und dann auch noch hin- und herschwingt.

Oben angelangt erwartet mich ein durchaus hungriges Empfangskomitee. Ich habe weder Bananen noch Nüsse oder Süßigkeiten dabei, so dass ich zwar kurz von den Tierchen angestupst werde, sie sich aber direkt jemand anderem zuwenden, als sie realisieren, dass hier nichts zu holen ist.

Da mein Tag bisher nicht sonderlich viel Bewegung verzeichnet hat, entschließe ich mich, den Weg zu Fuß hinab zu steigen. Runter ist sicherlich leichter als hoch. Schnell realisiere ich, dass meine Annahme bezüglich der unterschiedlichen Höhe der Stufen der Wahrheit entspricht.

Über längere Abschnitte hinweg sind die Stufen zwar gleich hoch, aber eben nicht durchgängig. Manchmal lassen sie sich bequem nehmen, manchmal kann ich zwei Stufen auf einmal nehmen und manchmal muss ich sie geradezu hinunterklettern.

Der Ausblick von hier oben auf die bergige Landschaft und auf die Stadt ist jedoch total schön und mit meinen Stöpseln in den Ohren gelingt mir ein relativ schneller Abstieg innerhalb dreißig Minuten.

Die Altstadt von Pushkar

Unten angelangt führt mich mein Weg schließlich an den ganzen Ständen, an denen du Kamelsafaris buchen kannst (ganz ehrlich, tu‘ das den Tierchen nicht an – man sieht ihnen an, dass sie nur dem Tourismus dienen), in die Altstadt.

Main Market Street & Brahma Tempel

Ich bahne mir meinen Weg durch die Main Market Street, die direkt am Brahma Tempel vorbeiführt. Ehrlich gesagt bin ich etwas enttäuscht von dem Tempel. Mit dem Wissen, dass es sich um den einzigen Tempel Brahmas handelt, habe ich mir mehr erhofft. Was genau weiß ich gar nicht zu beschreiben. Aber als wirklich besonders würde ich ihn nicht bezeichnen. Durchaus, es sind zahlreiche Gläubige und Pilger zugegen und ich kann sie bei ihren Gebetsritualen beobachten. Viel anfangen kann ich jedoch nicht damit.

Wovon ich nicht enttäuscht werde, sind die kleinen Süßis, die Pethas, die du hier überall bekommst. Ich komme nicht umhin, mir eine Handvoll als kleine Wegzehrung mitzunehmen.

Pushkar

Die Ghats & der Pushkar Lake

Von der Main Market Street gelange ich schließlich zu den Ghats. Mehr als 50 Ghats soll es am Pushkar Lake geben. Im Uhrzeigersinn laufe ich auf diesen um den See herum bis ich schließlich zum Sunset Point gelange. Im Café gegenüber des Sunset Point gibt es frisch gebrühten Kaffee, den ich mir nach über zehn Tagen überwiegend Instant-Kaffee-Plörre (ich hoffe auf einen Starbucks in Jaipur; Update: Fehlanzeige, Starbucks gibt es nur in Delhi) nicht entgehen lassen möchte. Aus einem romantischen Sonnenuntergang wird leider jedoch nichts. Der Monsunregen setzt in dem Moment ein, als ich mich in das Café setze.

Als der Regen aufhört, kürze ich meinen Weg zu meiner Unterkunft über die Fußgängerbrücke ab. Als Teil der Ghats ist diese natürlich ebenso heilig wie die Ghats selbst.

Pushkar

Und was sind jetzt diese Ghats, von denen ich dir die ganze Zeit erzähle?

Ganz einfach: Diese Ghats sind die Treppenstufen, die zu einem See oder Fluss hinunter führen. An diesen tummeln sich die Gläubigen. Sie kommen an die Ghats der heiligen Städte Indiens, um sich im Wasser zu baden und sich dadurch von ihren Sünden rein zu waschen. Da der Pushkar Lake mitten im Ort liegt, ist das besondere an ihm, dass sich hier den kompletten See entlang Ghats befinden.

Ein bisschen strange finde ich das ja schon. Ich denke an die Temperaturen, die für gewöhnlich in Indien vorherrschend sind – 30 Grad sind hier ja nichts. Ich denke an all die Menschen, die hier für gewöhnlich baden. Und ich komme nicht umhin, an Varanasi zu denken. Varanasi – die heilige Stadt, die am Ganges liegt. Ein Fluss, auf welchen die Gläubigen ihre Verstorbenen schicken. Und während ich so darüber nachdenke, welch unterschiedliche Religionen, Kulturen und Traditionen es doch auf der Welt gibt und mit wie vielen dieser ich in den vergangenen Jahren bereits in Kontakt gekommen war, ganz viel gelernt und auch ganz viel mitgenommen und dadurch auch ganz viel über mich selbst gelernt habe, komme ich nicht umhin, einmal mehr festzustellen, welch ein behütetes Leben wir doch in Deutschland führen…

 


Indien Überblick:

Die Würfel sind gefallen: Indien it isReiseroute IndienRucksack packenDelhi AnkunftDelhi SightseeingMandawa Bikaner Jaisalmer JodhpurRanakpur Udaipur Pushkar Jaipur: Stadt & Affentempel Fatehpur SikriAgra & Taj MahalHaridwar & Rishikesh Amritsar: Stadt / Goldener Tempel / Wagah BorderVaranasi: Stadt / Sarnath / Ganges River TourGoa Auf Indiens StraßenHow to survive incredible IndiaIndien: Der Süden

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
wpDiscuz