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Wenn die Welt ruft...

Udaipur – „Kann man machen, muss man aber nicht!“

On the way to Udaipur

Der heutige Morgen beginnt mit ganz ganz viel chilly-vanilly, denn die Strecke zwischen Ranakpur und Udaipur dauert nicht länger als zwei Stunden. Reine Fahrtzeit. Da Gurmeet und ich mittlerweile dazu übergegangen sind, unseren ersten Stopp bereits innerhalb der ersten dreißig Minuten einzulegen („Shall we have a tea?“ – „Yes, why not?!“ – die Sprechrollen des Frage-Antwort-Spiels sind gleichmäßig verteilt, die Frage und dazugehörige Antwort jedoch immer dieselbe 😉 ) und wir alle Zeit der Welt haben, brechen wir auch heute nicht mit dieser Routine.

Erste Teepause

 

Ein paar Spielereien dürfen auch auf dieser Fahrt nicht fehlen und so wird die unspektakulärste Brücke sofort für ein Fotoshooting genutzt.

Abgesehen davon kann ich mich auch heute nicht an den Dingen satt sehen, die außerhalb des Autos geschehen. Die Landschaft hat sich stark verändert. Es ist keine Wüstenlandschaft mehr, sondern überall ein saftiges Grün zu erkennen.

Udaipur

Die Armut der Gegenden außerhalb der Städte hat sich jedoch nicht verändert. Ein Zwischenstopp an einer kleinen Farm zeigt, mit welch einfachen Methoden die Menschen dort nach wie vor die tägliche Farmarbeit verrichten (müssen). Technischer Fortschritt fehlt vollständig.

Udaipur

Udaipur

Udaipur ist eine Großstadt im Süden Rajasthans. Es liegt mitten im Aravelligebirge. Drei Seen umgeben diese Stadt, weswegen sie auch „Lake City“ genannt wird. Travel agencies nennen sie gerne auch einmal „Venedig des Ostens“. Wahrscheinlich um Touristen anzulocken und weil es einfach so schön dekadent klingt.

Außerdem war sie Drehort des James Bond-Filmes „Octopussy“. Nicht dass ich diesen Film gesehen oder diese Information gehabt hätte, aber Dank meiner treuen Facebook-Follower war die Frage nach der Filmkulisse relativ schnell geklärt. Zur Abwechslung also mal Hollywood und nicht Bollywood.

Spoiler Alert vorab

Udaipur zählt definitiv nicht zu meinen persönlichen Highlights meiner Indien-Reise – das weiß ich jetzt schon. Nach dem Lesen einiger Reiseberichte vorab hatte ich durchaus mehr von der Stadt erwartet. Verstehe mich nicht falsch, hier kann man unglaublich viel machen. Von Klamotten schneidern lassen, über Bootfahren, bis hin zu Koch-, Mal- und Yoga-Kursen. Aber hey, das ist leider alles nicht wirklich meins. Insofern war ich gelinde gesagt ziemlich enttäuscht von dieser Stadt. Völlig übergehen möchte ich sie auf meinem Blog dennoch nicht und daher erzähle ich dir heute von sechs Dingen, die man in Udaipur (wenn man sowieso schon da ist) machen kann, aber ganz sicher nicht machen muss.

1. Der Lake Palace

Früher als Sommerresidenz des Maharadschas gedacht, später als Filmkulisse und heute von den rooftop Cafés einfach ganz nett anzusehen: der Lake Palace.

2. Gangaur Ghat

Von diesem Ghat aus hast du einen super Blick auf den See und den Lake Palace. Mehr gibt’s dazu dann aber auch nicht zu sagen. Punkt. Weiter.

3. Das Bagore Ki Haveli & seine Puppet Show

Direkt neben dem Gangaur Ghat befindet sich der Eingang zum Bagore Ki Haveli. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um ein ehemaliges Haveli einer Herrscherfamilie. Dieses jedoch hatte ein anderes Schicksal als der Großteil der Havelis in Mandawa: Es wurde nämlich restauriert und umgebaut und ist heute tagsüber ein Museum und abends Ort für Tanz- und Puppenspielvorführungen. Letztere beginnen täglich entweder um 17:30 oder 18:30 Uhr (je nach Sommer- oder Winterzeit), kosten 150 Rupees (zzgl. 150 Rupees für die Kamera) und dauern eine Stunde. Durchaus sehenswert und sicherlich besser als die puppet shows in Jaisalmer. Aber hey, Puppentheater und Folklore Tanz halt.

4. Jagdish Tempel

Der Jagdish Tempel ist das größte religiöse Bauwerk der Stadt und dem Hindu-Gott Vishnu geweiht. Egal auf welches rooftop du emporsteigst – du wirst diesen Tempel sehen. Was es ansonsten über ihn zu sagen gibt?! – Naja, also groß, weiß, aus Marmor, in 30 Sekunden bist du drumherum gelaufen. 🙂

5. Der City Palace

Folgst du der Straße am Jagdish Tempel für circa 200 Meter, kommst du an den riesigen Stadtpalast. Hier erfährst du alles über die Vergangenheit Udaipurs: angefangen von Einrichtungen aus der Zeit, als der Palast noch bewohnt war, bis hin zu zahlreichen Gemälden aus der Vergangenheit, religiösen Motiven und Bildern. Auch wenn ich mir nun doch einige Stadtpaläste angeschaut und mir an diesem Tag vorgenommen habe, dass ich mir nur noch den in Jaipur anschauen werde, muss ich zugeben, dass dieser hier schon ziemlich krass war. Von außen betrachtet.
Unter’m Strich aber bleibt: Mit den Stadtpalästen ist es hier ein bisschen wie mit den Tempeln in Thailand und den Caves in Vietnam: Irgendwann kannst du sie nicht mehr sehen, weil sie im Prinzip und mit wenigen Ausnahmen innen doch immer irgendwie gleich aussehen. (Ohhh, bitte kein Shitstorm jetzt! Schande über mich und mein Schandmaul!)

6. rooftop-hopping & Spaziergang durch die Stadt

Nach meinem kurzen Sightseeing-Programm entschließe ich mich, ein bisschen rooftop-hopping zu machen, um die Spannung ein wenig zu steigern. Ich biege von der Hauptstraße in eine der winzigen, verwinkelten und auf Google Maps nicht mehr sichtbaren Gassen ein, schlendere hindurch, verliere mich ab und an komplett, stehe plötzlich vor einer Mauer, drehe wieder um und komme irgendwann – während ich so völlig planlos durch die kleinen Sträßchen spaziere, auf die selten dämliche Idee, einfach mal in die Häuser reinzugehen, denn ich stelle fest: In diesem Teil der Stadt stehen sämtliche Türen einfach sperrangelweit offen…

Das rooftop-hopping funktioniert bestens. Ich betrete ein paar Häuser, die von außen nett aussehen, laufe völlig unbehelligt vier oder fünf Stockwerke hinauf und stehe schließlich mitten auf deren Dachterrasse.

ups, da taucht dann auch plötzlich wieder der Tempel vor mir auf 😉

 

Ein bisschen was zu bieten haben die Straßen auch – zumindest für diejenigen, die auf Kunsthandwerk, Schneidereien und kleinere Galerien abfahren.

Ich kaufe schließlich im Süßigkeiten-Laden der indischen Oma ein, in welchem man sich die Süßigkeiten noch einzeln aus der Dose zählen lässt. Gummibärchen und Eis. Here we go! Der Tag ist gerettet! Mein erstes Eis seit zehn Tagen!

Persönliches Fazit

Vielleicht lasse ich mich nach dem gestrigen Tag im Jain Tempel auch einfach nur schwer beeindrucken und der Zauber, den diese Stadt haben soll, geht deswegen an mir vorüber.

Dennoch bleibt zu sagen: Auch wenn Udaipur für mich persönlich nichts war, so war es doch eine gute Entscheidung, zwischen Ranakpur und Pushkar dort noch einen Zwischenstopp zur Nacht einzulegen, denn von Udaipur nach Pushkar braucht es allein schon mindestens sechs Stunden.

Anmerkung: Während du das liest, habe ich den Bundesstaat Rajasthan verlassen und bin ohne Gurmeet unterwegs. Auch meinen Reiseplan habe ich zwischenzeitlich etwas angepasst und werde wahrscheinlich in den kommenden Tagen mangels vorhandenen Internets wortwörtlich vom Bildschirm der sozialen Plattformen verschwinden.

Einen Blogartikel über Pushkar, meiner nächsten Station nach Udaipur, wird es am Dienstag aber sicher geben. 😉

 

Mit diesem Beitrag nehme ich übrigens auch an Carmens Blogparade zum Thema „Unerfüllte Reiseerwartungen“ teil. Ironischerweise hat sie nämlich exakt zur selben Zeit, als ich mich in Udaipur befand, zu dieser aufgerufen. 🙂

 


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