Jerash – being an ancient goddess for one day!

Oder: Wie man sich am letzten Reisetag (unfreiwillig) komplett selbst zerstört – Part 1

Heute Morgen um 8:15 Uhr saß ich im Auto. Startklar. Leider ohne Frühstück. Aber da ich mir gestern an der Straße noch ein paar Bananen, Trauben und Erdbeeren besorgt hatte und meinen Kaffee für die morgendlichen Notfälle immer dabei habe, war dies nicht allzu schlimm – ich frühstückte während der fünfzig minütigen Fahrt im Auto.

Jerash allgemein

Das antike Gerasa gilt als die besterhaltene römische Siedlung und zählt neben Petra zur wichtigsten Touristenattraktion Jordaniens. Die Ruinen von Jerash liegen circa 50 Kilometer nördlich von Amman und sind innerhalb einer dreiviertel Stunde von Amman aus erreichbar – natürlich in Abhängigkeit davon, wo man untergebracht ist und wie hoch gerade das Verkehrsaufkommen ist.

Jerash ist eine aus rosa-orangefarbenem Kalkstein erbaute Stadt, deren Entstehung auf das 2. Jahrhundert zurückdatiert wird.

Triumphbogen

Bereits vom Eingang aus sieht man den Triumphbogen, der für Kaiser Hadrian erbaut wurde.

Ovales Forum

Südtor Jerash
Südtor Jerash

 

Gleich hinter dem Südtor liegt das ovale Forum. Welche Bedeutung dieses Forum genau hat, darüber scheiden sich bis heute die Geister. Eine Theorie ist, dass der Zeus-Tempel mit dem Nordtheater am anderen Ende der Stadt miteinander verbunden werden sollte. Aber wer weiß das schon?!

Der Zeus Tempel

Zum Zeus Tempel führte einmal eine große Treppe hinauf. Heute ist da nicht mehr viel von übrig – alt eben.

 

 

Das Südtheater

Das Südtheater wurde, wie man unschwer erkennen kann (es ist im Vergleich zu den anderen Ruinen noch am besten erhalten), restauriert und konnte 5.000 Zuschauern Platz bieten. Am genialsten ist der Blick auf das Theater natürlich von oben. Nicht nur der Blick auf das Theater ist wundervoll, sondern auch der Blick, den man von hier auf die antike Stadt und Jerash hat.

Kleiner Tipp: Wenn du vom Zeus Tempel über die Steine kletterst und nicht dem Touristenpfad zurück folgst, kommst du oben im Theater heraus, hast direkt den krassen Blick nach unten und sparst dir das Hinaufsteigen der zig Stufen. 😉 

Cardo Maximus

Die Hauptachse der Stadt geht hier ab. Die Pflasterung ist angeblich noch original. In jedem Fall ist sie aber verdammt uneben – störte meine FlipFlops aber nur wenig 🙂 -, weil darunter das Abwassersystem verläuft. An dieser Straße entlang liegen die zentralen Bauwerke von Jerash – zunächst das Nymphäum, dann das Tor zum Artemis Tempel, die sakralen Ruinen und schließlich das Bad, Nordtheater und Nordtor.

 

Nymphäum

Das Nymphäum ist eine zweistöckige Brunnenanlage, sozusagen die Wasserquelle in der früheren Stadt.

Artemis Tempel

Dieser ist abgesehen vom Zeus Tempel meiner Ansicht nach das Herzstück der ganzen Anlage. Er war Artemis, der Schutzgöttin der Stadt, gewidmet. Von der „Straße“ aus siehst du zunächst nur das Tor zum Tempel.

 

Gehst du dann die Stufen hinauf, eröffnet sich dir die Pracht des Tempels.

Artemis Tempel

Kirchen-Komplex, Nordtheater, Nordtor und Bad

Hinter dem Artemis Tempel befinden sich ein paar der Kirchen, die hier nach der Christianisierung errichtet wurden. Unter anderem sind sie Johannes dem Täufer gewidmet. Des Weiteren stehen hier auch die Überreste des Nordtheaters, das ein wenig kleiner ist als das Südtheater und der nördliche Torbogen.

Macellum oder Agora

Befindet sich westlich des Cardo Maximus. Es ist eine Art Markt- oder Sammelplatz. In der Mitte befand sich einmal ein Brunnen. Wenn du nicht denselben Weg zurück zum Ausgang nehmen möchtest, den du vielleicht her gekommen bist, kannst du auf dem Feldweg laufen, der sich oberhalb befindet. Aus diesem Blickwinkel hast du ebenfalls einen super Blick.

Kleiner Tipp: Ich bin auf dem Hinweg nicht auf dem Cardo Maximus gelaufen, sondern gleich über den Feldweg. Auf diese Weise habe ich sämtliche Touristen umgehen und diese genialen Bilder schießen können.

Ein sehr genialer Vormittag in Jerash geht zu Ende und ich bahne mir schnell meinen Weg Richtung Ausgang, denn die Touri-Massen hier ertrage ich nun wirklich nicht länger. In diesem Sinne, bye bye Jerash und auf nach Ajloun und Umm Qais, meiner zweiten Etappe des Tages.

Hier findest du übrigens eine relativ gute Karte von Jerash.

Und wenn ich zurück in der Heimat bin, erzähle ich dir davon, wie ich meine Bilder (vor allem die in Jerash) so tourifrei bekommen habe. Denn auch wenn es auf meinen Bildern nicht so aussieht: Jerash war heute geradezu überlaufen von Schulklassen, Einheimischen und Neckermanns. 🙂

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