Roadtrip durch Frankreich mit Hund und Camper – Nordküste bis Bordeaux
Roadtrip durch Frankreich mit Hund – von der Nordküste bis Bordeaux
Mit dem Camper von Belgien über die Normandie und Bretagne bis nach Bordeaux: zwei Wochen unterwegs mit Hund, sommerlicher Hitze, einem Waldbrand und einigen unerwarteten Planänderungen.
Dieser Roadtrip durch Frankreich mit Hund und Camper sollte eigentlich nach Andorra führen, ein Land, das auf meiner Liste der bereisten Länder noch fehlt. Die französische Küste reizte mich ohnehin schon lange. Dass Mitte bis Ende Juli in Zeiten des Klimawandels nicht unbedingt die klügste Reisezeit für einen Camper ohne Klimaanlage ist, merken Matute und ich allerdings spätestens auf dem Weg nach Bordeaux. Die Temperaturen sind ziemlich heftig.
Auch die Kanalinseln standen kurz auf dem Plan: Guernsey oder Jersey. Doch nach kurzem Nachrechnen war klar, dass Campingplatz, Fähre und ein Tierarztbesuch für Matutes vorgeschriebene Wurmkur mitten in den Sommerferien für vier Tage rund 500 Euro gekostet hätten. Ein Preis, der in keinem Verhältnis zur Dauer steht.
Geblieben sind am Ende zwei Wochen entlang der Küste von Belgien bis nach Bordeaux, ein Hund, den Ault nicht überzeugt, und ein Feuer, das den Rest der Reise bestimmt hat.

Belgien und die französische Nordküste: De Panne und Ault
De Panne – ein unkomplizierter Start
Dass die Reise in Belgien beginnt, hat schlicht logistische Gründe. Die belgische Küste ist von zu Hause aus deutlich leichter zu erreichen als die französische. Außerdem sind mitten in den Sommerferien viele Campingplätze an der französischen Küste ohnehin schon ausgebucht.
Der Camping Greenpark in De Panne erscheint mir deshalb als die sinnvollste Wahl. De Panne selbst ist nett, mehr aber auch nicht. Zum Ankommen und Startklar-Machen des Campers reicht es allemal.
Ault – schöne Klippen, wenig Begeisterung
Von dort geht es weiter nach Ault, wo die Kreideklippen der Alabasterküste beginnen. Zwischen Ault und Mers-les-Bains erheben sie sich rund 60 bis 80 Meter über das Meer. Schön sind sie, keine Frage. Aber am Ende sind es eben auch nur Klippen und die kenne ich aus Irland längst.
Matute überzeugt Ault noch weniger als mich. Ihr ist es zu windig, spazieren gehen will sie überhaupt nicht und hundefreundlich ist der Ort aus unserer Sicht auch nicht gerade. Am Strand gibt es logischerweise keine Wiese. Auch sonst finden wir keine größeren Grünflächen, auf denen sich ein Hund vernünftig ausführen ließe.
Normandie: Étretat und die Landungsstrände
Ein kurzer Stopp bei Étretat
Weiter südwestlich, bei Étretat, ragt die Aiguille de Belval aus dem Meer. Die markante Felsnadel liegt nahe Bénouville und ist etwa 70 Meter hoch. Wir halten nur kurz an der Panoramastraße, bevor es weitergeht.
Omaha Beach und Utah Beach
Dann folgen die Landungsstrände. Streng genommen sind es vor allem Strandabschnitte mit geschichtsträchtigem Hintergrund. Aber wenn wir schon einmal in der Gegend sind, möchte ich sie sehen.
Omaha Beach zieht sich über rund acht Kilometer. Am 6. Juni 1944 landeten hier amerikanische Soldaten, und der Strand wurde zu einem der verlustreichsten Abschnitte der alliierten Landung in der Normandie. Ein Museum liegt direkt hinter dem Strand, der amerikanische Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer ist etwa drei Kilometer entfernt.
Utah Beach liegt weiter westlich. Hier waren die amerikanischen Verluste bei der Landung deutlich geringer als am Omaha Beach. In Sainte-Marie-du-Mont befindet sich ein Landungsmuseum, zu dessen Ausstellung auch ein restaurierter B-26-Bomber gehört.
An beiden Orten bleiben wir nur kurz.
Zwei Nächte auf dem Camping Canada
Zwei Nächte stehen wir schließlich auf dem Camping Canada. Es sind viele deutsche Familien da und der Platz ist nicht gerade der Burner.
Der Strand ist auch nicht besonders schön. Mit einer Steinmauer in direkter Nähe lädt er nicht unbedingt zu langen Spaziergängen ein. Wir machen trotzdem das Beste daraus und spielen viel – auf dem Campingplatz ebenso wie am Strand.
Matute stört es nicht, dass es an der Küste hier nur halbgeil ist. Für sie zählt nur eins: Mama 24/7 um sie herum und nachts direkt neben ihr.
Der Hund schläft wie ein Stein, träumt lautstark, schnarcht sich eines und drückt mir seine Pfoten in den Rücken. Aber es geht ihr gut.
Life of a dog mum …
Bretagne-Nordküste: Mont-Saint-Michel, Pointe du Grouin und Dinan
Der Mont-Saint-Michel ist ein kleines Highlight, allerdings touristisch völlig überlaufen. Die übrigen Orte der Bretagne-Nordküste nehmen wir eher im Vorbeifahren mit.
An der Pointe du Grouin endet die Côte d’Émeraude und die Bucht des Mont-Saint-Michel beginnt. Dinan wiederum ist für seine mittelalterlichen Gassen bekannt. Wir bekommen von beiden Orten nur einen kurzen Eindruck. Sie gehören trotzdem zur Route und machen die Fahrt entlang der Küste abwechslungsreicher.
Saint-Jacut-de-la-Mer – schöne Strände, unruhiger Campingplatz
Übernachten wollen wir in Saint-Jacut-de-la-Mer, allerdings nur für eine Nacht. Auf Fotos sieht die Halbinsel wunderschön aus. Trotzdem rät mir eine innere Stimme, zunächst nur eine Nacht zu buchen.
Das erweist sich als richtig. Der Campingplatz ist riesig und fast ausgebucht, voller Familien und Kinder. Dazu kommen Ferienlager und der Lärmpegel liegt weit über dem, was ich entspannend finde. Nichts gegen Kinder, aber Ruhe sieht anders aus.
Der Strand dagegen ist wirklich schön. Auf der anderen Seite der Halbinsel kann man gut laufen, es gibt wunderschöne Sonnenuntergänge und genau dort finden wir die Ruhe, die dem Campingplatz fehlt.
Für eine zweite Nacht reicht das trotzdem nicht.
Bordeaux: Hitze, Rauch und ein Waldbrand
Von dort geht es in einem Rutsch nach Bordeaux. Eigentlich wäre von hier aus auch ein Ausflug nach Arcachon zur Düne von Pilat geplant gewesen. Doch schon einige Tage vor unserer Reise finde ich keine Unterkunft mit einem stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Warum überhaupt eine Unterkunft, wenn ich mit dem Camper unterwegs bin? Weil für Arcachon und Bordeaux 35 Grad angesagt sind. Ich selbst kann bei 35 Grad nicht im Camper schlafen und meinen Hund lasse ich es erst recht nicht. In Bordeaux buche ich uns deshalb ein Hotel am Lac de Bordeaux. Ein sehr gutes und richtig schönes sogar, wie sich herausstellt, mit Klimaanlage.

Die Rauchwolken werden immer größer
Am Donnerstag, dem 23. Juli, sehe ich auf der Anfahrt bereits Rauchwolken in der Ferne und halte sie zunächst für die Brände an der Küste. Tatsächlich hat sich ein am 22. Juli bei Saumos ausgebrochenes Feuer ausgebreitet. Zunächst geht es in Richtung Bassin d’Arcachon, später landeinwärts in Richtung Bordeaux – und das gerade einmal einen Tag nach dem Ausbruch.
Am Freitag lasse ich Feuer Feuer sein. Matute bleibt vormittags im Hotelzimmer, während ich mir die Stadt anschaue. Die Altstadt ist wunderschön.
Als ich am Mittag ins Hotel zurückkehre, ist die Rauchwolke doppelt so groß wie einige Stunden zuvor. Noch denke ich mir dabei nichts und verbringe mit Matute einen schönen Nachmittag im klimatisierten Hotelzimmer. Wir spielen und dösen, während draußen die Hitze steht.

Als es langsam kühler wird, gehen wir am späten Nachmittag wieder Gassi. Da ist die Rauchwolke schon wieder größer geworden.
Abends verfolge ich die Nachrichten, in denen der Brand immer größer wird. Um 19 Uhr rieche ich es dann auch. Was ich zunächst für einen Brand auf der Straße halte, entpuppt sich als Rauch, der von der Küste herübergezogen ist.
Als wir um 20:30 Uhr schließlich noch einmal für die letzte Gassirunde hinausgehen, ist es draußen schon fast dunkel. Mitten im Hochsommer, wenn es eigentlich erst gegen halb zehn oder zehn Uhr dunkel wird.
Mit der untergehenden Sonne hat das nichts zu tun. Die Rauchwolken haben den ganzen Horizont verdunkelt.
Ungläubig starre ich in die Ferne. Der Rauchgeruch draußen ist so stark, dass er auch Matute zu viel wird. Sie will nicht mehr laufen und muss zwischendurch husten. Wir kehren um.
Die Entscheidung, Bordeaux zu verlassen
Zurück im Hotelzimmer sehe ich in den Nachrichten, dass im Süden schon seit Stunden evakuiert wird. Bis Sonntag können wir unmöglich hier bleiben. Also gehe ich zur Rezeption und frage, ob wir früher auschecken können.
Das klappt anstandslos. Sogar das Geld für die beiden kommenden Nächte bekomme ich zurück. Dafür bin ich später sehr dankbar, denn die Lage ändert sich stündlich. Kurze Zeit danach kommt dann auch die Meldung, dass der Flughafen schließt, weil die Rauchwolken zu dicht sind.
Die Nacht ist schlecht. Die Angst vor dem, was vielleicht noch kommen könnte, schläft mit.
Am Samstagmorgen stehen wir um fünf Uhr auf. Vieles hatte ich am Vorabend schon in den Camper geräumt, für den Fall, dass wir nachts doch noch evakuiert werden. Es fehlen nur noch unsere Kleidung und Matutes Bett.
Auvergne: Abkühlung statt Andorra
Wohin es gehen soll, ist schnell klar: weg aus der Hitze.
In Bordeaux sind weiterhin 35 bis 38 Grad angesagt, in der Auvergne dagegen um die 20. Für mich ehrlich gesagt ein bisschen kalt, für Matute aber genau richtig.
Zwei Nächte bleiben wir auf einem Campingplatz in der Natur bei Mont-Dore und sind zwei Tage in den Wäldern unterwegs. Es regnet immer wieder. Morgens sind die Temperaturen sogar so niedrig, dass Matute zitternd vor dem Camper sitzt, als ich von der Toilette zurückkomme. Ich muss ihr erst einmal ihren Pullover anziehen, bis die Sonne ein wenig herauskommt.
Andorra streiche ich an dieser Stelle endgültig. Hinunter hätten wir es wahrscheinlich noch geschafft, doch der Rückweg hätte durch Lyon geführt, wo es ebenfalls wieder so heiß ist. Ich hätte stundenlang durch die Hitze fahren müssen.
Stattdessen machen wir uns von hier aus auf den Heimweg – nachts.
Heimfahrt durch die Nacht
Auch in Deutschland sind Temperaturen um die 30 Grad angesagt. Mein Camper hat keine Klimaanlage, also kommt Fahren tagsüber nicht infrage. Um 19 Uhr fahren wir los, hinein in die Nacht.
In Montbéliard steuere ich einen Camping-Aire an. Das ist kein Campingplatz im klassischen Sinn, sondern eher ein Parkplatz speziell für Wohnmobile, den die Stadt unterhält und der oft nichts kostet. Dafür gibt es auch nichts: keinen Strom, keine Annehmlichkeiten, nur eine öffentliche Toilette.
Gegen vier oder fünf Uhr geht es weiter, damit wir zu Hause sind, bevor Hitze und Ferienverkehr einsetzen.
Den nächsten Sommer werden wir – so attraktiv es auch klingen mag – nicht im Süden Europas verbringen.
Und Andorra?
Andorra läuft nicht weg. 🙂
Roadtrip durch Frankreich mit Hund – ein gescheiterter Sommer?!
Wenn du nun denkst, dass unser Sommerurlaub ein Satz mit X war und wir deswegen traurig sind, dann irrst du.
Ich hatte ohnehin keinen langen Sommerurlaub in diesem Jahr geplant. In meiner neuen Wohnung gab es noch einige Baustellen, an denen ich arbeiten musste. Dass der Urlaub kürzer ausfiel, kam mir deshalb sogar gelegen. So konnte ich die Arbeiten erledigen (ahhh, diese Sockelleisten raubten mir schon etwas den Nerv!), ohne sie während des laufenden Schuljahres noch vor mir zu haben.
Und was Matute angeht: Du kennst sie ja. Sie kommt zwar gerne überall mit hin und macht jeden Blödsinn mit, ist aber mindestens genauso gerne zu Hause. Die einzige Priorität, die sie hat, ist, dass ihre Mama bei ihr ist.
Und dafür muss es offenbar weder Andorra noch der Süden Frankreichs sein.































