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Wenn die Welt ruft...

Wenn es Zonks hagelt… Lufthansa Premium Economy Upgrade auf Langstrecke!

Wer mich kennt, weiß allzu gut, dass ich Lufthansa für gewöhnlich nicht ganz positiv gegenüber gestimmt bin. Ausgerechnet die deutsche Airline, mit der ich immer wieder meine Problemchen habe. Da 7 Stunden (oder 6,5) genügend Zeit bieten, sich einmal mit der Fluggesellschaft auseinanderzusetzen, habe ich mich für einen Blogbeitrag über unsere bekannteste deutsche Fluggesellschaft entschieden. Here we go!

Mein Flug

Mein Flug LH760 von Frankfurt nach Delhi war für 13:45 Uhr angesetzt. Boarding: 13 Uhr, Dauer: 7 Stunden. Neugierig wie ich am Gate nun einmal war, erkundigte ich mich nach einem Upgrade. Für 249 Euro – ach nein, halt, es war gerade das Sommer-Special: von 1. Juli bis 31. August gab es das Upgrade für 200 Euro. Da war ja fast wie „Only for you, my friend“ und daher hatte ich mich spontan dazu entschieden, das Angebot anzunehmen. Give it a try, LH! Jeder hat seine Chance – und notfalls auch eine zweite, dritte und vierte verdient.

Spoiler Alert: LH hat sämtliche Chancen noch an diesem einzigen Tag aufgebraucht.

Das Lufthansa Premium Economy Upgrade oder: Wenn’s mal wieder länger dauert

Ein Upgrade ist ein routinemäßiger und daher schneller Prozess: Du gehst an das Gate, fragst nach einem Upgrade, die Flugbegleiterin checkt die Möglichkeiten, nennt dir einen Preis, du gibst ihr deine Kreditkarte, sie scannt deine aktuelle Bordkarte, zieht deine Kreditkarte durch das Gerät, druckt deine neue Bordkarte aus – fertig.

Nachdem leider der Akku des Scanners, der notwendig war, um meine Boardkarte zu scannen, leer war, sich die Suche nach einem neuen etwas schwieriger gestaltete, das Gerät dann mehrmals neu gestartet werden musste, war das erst einmal nichts mit einem schnellen Upgrade. Vielmehr musste nun telefoniert werden. Lange. Häufig. Irgendwann gab ich der Dame dann einfach meinen Pass und meine Kreditkarte, ging noch einmal auf Toilette, telefonierte mit meiner Mum, setzte mich schließlich in eine ruhigere Ecke im Gate-Bereich – die gate lice hatten 15 Minuten vor dem eigentlichen Boarding (mal wieder) damit begonnen, sich zum Boarding vor dem Gate zu versammeln. Geschlagene 35 Minuten und mehrere Entschuldigungen später war ich endlich in Besitz meiner neuen Bordkarte und konnte boarden.

Chance Nummer 1: verspielt – Zonk!

Das Boarding: Je mehr Verspätung desto pünktlicher

Das Boarding dauerte um einiges länger als angedacht und so war auch um 14 Uhr noch nicht davon auszugehen, dass gleich gestartet werden würde. Machte aber nichts. Ich war mir sicher, wir würden trotzdem pünktlich um 00:55 Uhr Ortszeit ankommen. Lufthansa-Konzept eben. Dass es allerdings soooo lange dauern würde, damit hatte ich nun auch nicht gerechnet. 14:35 Uhr war es schließlich so weit (gescheduled auf 13:45) und der A380 bewegte sich Richtung Rollfeld. Mit einer Stunde Verspätung war der Flieger dann in der Luft.

Die Lufthansa Premium Economy

Ausstattung

Der Bereich der Premium Economy besteht aus insgesamt drei Reihen: Zweisitzer, Viersitzer, Zweisitzer. Auf dem Sitz hat man ausreichend Platz nach vorne und zum Sitznachbarn. Die Sitze lassen sich gut zurückfahren, so dass man zwar keine wirkliche Liegeposition hat, aber dennoch bequem chillen kann. Die Beinfreiheit nach vorne überraschte: Sicherlich 30 Zentimeter waren zwischen meinen Knien und dem nächsten Sitz.

Die Tische sind in die Armlehnen der Sitze eingelassen. In der Seite des Sitzes befindet sich ein kleines Täschchen mit ein paar basic Utensilien.

Erfrischungstuch, ein Paar Socken, Ohropax, Schlafmaske. Des Weiteren im Sortiment und bereits auf dem Sitz liegend: ein Kopfkissen und eine Decke. Nichts Neues. Standard auf Langstreckenflügen. In der Economy! Zumindest bei anderen namhaften Fluggesellschaften!

 Versorgung

Im Vordersitz verstaut war eine 0,5 Liter-Flasche Wasser für jeden Gast untergebracht. Auf diese Weise musste man nicht – wie in der Economy – den ersten Service abwarten. 

Eine Stunde nach Abflug (15:30 Uhr) erfolgte der erste Getränkedurchgang. Gewohnheitsmäßig bestellte ich meinen Kaffee und eine Coke Zero. Dazu wurde ein kleiner Snack von 12 Gramm gesalzenen Mandeln gereicht.

Meine letzte Upgrade-Erfahrung ist nicht allzu lange her, hatte mich Ukraine Airlines doch erst vor einigen Wochen upgegraded und so rechnete ich mit einem gescheiten Kaffee. Frisch gemahlen. Mit einer Crema. Aus einer Porzellantasse… und erhielt: Labberbrühe aus dem to go-Becher.

Chance Nummer 2: verspielt – Zonk!

Das erste Futter gab es gegen 16 Uhr. Wenn’s mal läuft, läuft es. Zur Auswahl standen – laut Menü – Sommersalat oder Eisbergsalat als Vorspeise, Hühnchen oder Curry als Hauptgang und Mandarinenkuchen oder Milchsüppchen als Nachtisch. Tatsächlich zur Auswahl stand Hühnchen oder Curry, denn sowohl der Salat (es gab Eisberg) als auch der Nachtisch (Milchsüppchen) waren bereits auf den Tabletts vorgerichtet.

Angerichtet wurde in Porzellanschüsselchen. Immerhin. Trotzdem Fail.

Sorry Lufthansa, ihr könnt hier aber echt nicht mit einer Menüauswahl glänzen wollen und sie dann nicht anbieten.

Chance Nummer 3: verspielt – Zonk!

Den Kaffee nach dem Essen gab es dann auch in Porzellantassen – die Plörre jedoch blieb. Einen weiteren Zonk verteile ich aber nicht. 😉

Das Abendessen wurde gegen 20 Uhr serviert. “Mischgemüse” war durchaus sichtbar auf dem Tellerchen – geschmeckt hat es nach… nichts.

Das Entertainment

Der Bildschirm im Vordersitz ist natürlich das Entertainment-Programm. Hier findest du eine riesige Auswahl an Musik, Filmen (über 120 Filme – ich hab‘ sie gezählt, ich hatte Zeit –  stehen zur Auswahl: von „Die Vögel“ bis „Die Schöne und das Biest“ ist hier nahezu alles vertreten, was die unterschiedlichen Interessen angeht), Kameras, die nach vorne, nach unten und nach hinten gerichtet sind, Fluginformationen, Spiele, etc. Auch gibt es einen USB-Anschluss.

Ich zählte 16 Filme aus dem Jahre 2017 (ja, ich hatte Zeit! 😉 ). Eigentlich ein guter Schnitt. Nur konnte ich mit wenigen Filmen überhaupt etwas anfangen. Gut, ich bin nun auch nicht wirklich ein Movie-Junkie – aber wie bekannt ist denn „Wilde Maus“, „The Yuppie Fantasia 3“, „The LEGO Batman Movie“? Sorry, nie gehört.

Und was bringt mir ein Entertainment-Programm oder die vielleicht beste Filmauswahl, die je existiert hat, wenn ich ab 17 Uhr nicht mehr darauf zugreifen kann? – Du liest richtig. Nach dem Essen wurden um 17 Uhr die Rollläden heruntergefahren und die Bildschirme ausgeschaltet. Zum Schlafen verdammt um 17 Uhr? Selbst bei der Zeitverschiebung von 3,5 Stunden machte das irgendwie wenig Sinn für mich.

Nun gut, ich korrigiere: eine Stunde später lief das Programm wieder, so dass ich – dass mache ich auf Flügen immer total gerne – den Flugverlauf beobachten konnte. Aber erneut Fehlanzeige, denn auch nach mehreren Stunden Flug bewegten wir uns von Frankfurt nicht weg.

Chance Nummer 4: verspielt – Zonk!

Ich nutzte schließlich die verbleibende Zeit und zog mir noch knapp zwei Filme rein.

Kommen wir also zur Ausgangsfrage: Lohnt sich das Premium Economy Upgrade?

Ich fasse zusammen:

Nachteile des Premium Economy Upgrade:

-Kaffee-Plörre

-teilweise to-go-Geschirr

-unterbrochenes Entertainment-Programm

-zwar eine durchaus große Filmauswahl, aber überwiegend völlig unbekannte und hauptsächlich chinesische/asiatische Filme

-keine wirkliche Menüauswahl (die Auswahl zwischen vegetarisch und Fleisch gibt es auch in der Economy) trotz  eines durchaus angesprechenden Menüs

Vorteile des Premium Economy Upgrade:

-gute Beinfreiheit

-bequeme Sitze

-sehr netter Service

-aufgeladenes Handy bei Ankunft in Delhi

Rechnen sich diese Vorteile für 200 (bzw. 249) Euro? – Ich fürchte, das musst du selbst für dich entscheiden. Was mich angeht, so komme ich zu folgendem Schluss:

Mein ganz persönliches Fazit

Ich bin 170 groß und wiege 59 kg. Für gewöhnlich buche ich mir einen Fensterplatz. Auf diese Weise habe ich relativ viel Platz zum Fenster hin. Ich bin klein genug, um meine Füße an den Anfang der Armlehne des Vordermanns zu legen und, funktioniert das nicht, lege ich sie für gewöhnlich in die Sitztasche des Vordersitzes – nicht mit Schuhen, sondern in meinen bunten Flauschisocken, die ich immer auf Langstrecke im Handgepäck habe. 🙂
Aber ich bin dennoch klein genug, um die gebotene Beinfreiheit der Premium Economy nicht unbedingt zu benötigen. Außerdem bin ich ausreichend beweglich, um mir auf andere Weisen Platz zu schaffen und es trotzdem noch irgendwie gemütlich zu haben. Notfalls kommen die Beinchen einfach mit auf den Sitz. 🙂

200 Euro in ein paar Zentimeter Beinfreiheit und ein bisschen Porzellanschüsselchen-Heititei zu investieren, finde ich ganz schön happig. Für diesen Preis könnte ich knapp 2 Wochen in Indien in einem Hotel unterkommen.

Ergo, Chance Nummer 5: verspielt – Zonk!

Liebe Lufthansa, ich mag euch echt. Ich finde es klasse, dass die Flüge mit euch unkompliziert laufen, ihr in Frankfurt das Terminal 1 voll in eurem Besitz habt und ich mir auf diese Weise lange Wege und/oder das T2 sparen kann, eure App ist toll und ihr kommt dank eures Augenwischerei-Konzeptes von „wir setzen einfach eine längere Flugzeit an als sie tatsächlich ist“ immer pünktlich – auch noch nach über 35 Minuten Verspätung – aber euer Service, eure Ausstattung und eure Upgrade-Möglichkeiten können mit anderen Fluggesellschaften, wie Thai Airways oder Etihad einfach nicht mithalten.

Überraschend war das nicht für mich. Was tatsächlich überraschend für mich war, dass selbst eine Fluggesellschaft wie Ukraine Airlines mehr bietet.

Mag sein, dass der ein oder andere beim Lesen das Gefühl hat, dass ich zu streng mit Lufthansa bin. Mag auch sein, dass der ein oder andere wirklich tolle Erfahrungen mit LH gemacht hat. Ich sage auch nicht, dass das hier eine miese Erfahrung war, es war okay. Nicht mehr. Nicht weniger. Ich gehe auch nicht so weit wie bei Pegasus, dass ich mir vornehme, nie mehr einen Fuß in einen Flieger dieser Fluggesellschaft zu setzen. Mitnichten. Aber ein Upgrade wird nicht mehr geschehen und über einen zukünftigen Langstreckenflug wird ausschließlich der Flugpreis entscheiden, denn wenn ich die Wahl zwischen Singapore Airlines, Etihad, Thai Airways und Co. habe, würde ich diese immer vorziehen. Ausnahmslos!

Die LH Eco auf Langstrecke von DEL nach FRA

Über meinen Rückflug in der Economy und das Frühstück werde ich lieber nicht ein einziges Wort verlieren!

Abgesehen vom Frühstücksbild noch einen Satz zum Abendessen:

Als sogenannte Mahlzeit (es wird beim Bordservice ja immer unterschieden zwischen nichts, Snack oder Mahlzeit), dem Abendessen auf dem 7-stündigen Flug (!), wurde eine Art warmes Chicken Wrap im Kichererbsenmantel gefüllt mit Chicken-Bröckelchen, Panschegemüse und undefinierbarer indischer Masalasoße gereicht, ausgegeben als Fingerfood in einem Papier-Lunch-Beutelchen – selbiges Essen wurde bei JetAirways, der indischen Billig Airline (!), auf meinem einstündigen Flug (!) von Goa nach Mumbai als “Snack” (!) im Alu-Tellerchen inkl. Besteck (!) verteilt.

Mit dem Frühstück verschone ich dich aber nicht! Na, wer kann bei dem Gepansche erkennen, was das alles ist?! – Frikadelle, Omelette, das nur halb durch ist, Kartoffel, ein ekelhaftes trockenes Brötchen, nach nichts schmeckendes Obst und ein Erdbeerjoghurt! Obst und Joghurt: gegessen; den Rest: Meeh! Wer will sowas denn?! – Sorry, LH, das geht gar nicht!

 

Sänk ju for träweling wis… Lufthansa!

https://hgsh.de.tl/–g–ZONK-g–BEI-EUTIN-08–f-.htm

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