swimming with Nessie & Spieltrieb Ahoi in Inverness

Heute gab es einen Roundtrip gegen den Uhrzeigersinn: von Aberfeldy zunächst über die „Landstraße“ (einspurig, dieses Mal aber immerhin ohne Eis und Schnee), dann ein paar Kilometer über die A9 bis Aviemore (95km), weiter auf der Landstraße zum Cawdor Castle (60km), von dort nach Inverness (25km). Nach einer Kaffeepause ging es schließlich dem Loch Ness entlang zum Urquhart Castle (30km), dann nach Fort Augustus (30km) und über die Highlands zurück nach Aberfeldy (150km). Da ich das Kopfrechnen immer noch nicht beherrsche, überschlage ich kurz und komme auf circa 400 Kilometer.

Das Cawdor Castle hatte es mir angetan, war es doch der Handlungsort von Shakespeares Macbeth und der Ort, an welchem Macbeth König Duncan in der Nacht hinterlistig ermordet hatte. Dass das Schloss erst 300 Jahre nach Macbeths Tod gebaut wurde, war mir dabei relativ egal – ich wollte es sehen. 😀 Natürlich gibt es auch um dieses Schloss eine Legende, nämlich die, dass dem Thane of Cawdor – nicht Macbeth – im Traum aufgetragen wurde, einen Esel mit Gold zu beladen und er (der Thane of Cawdor) an dem Ort, an dem dieser (der Esel) sich zum Schlafen niederlegte, eine Burg errichten sollte.
Aktuell war das Schloss nicht der Öffentlichkeit zugänglich. Auf der Homepage war zu lesen, dass Besichtigungstermine individuell zu vereinbaren seien. War mir auch egal – ich wollte es sehen. Also, castle run auf ein Neues: rein mit dem Auto, durch den schmalen Torbogen hindurch, bis vor’s Schloss – störte es jemanden, würde er sich sicherlich melden.

 

Als nächster Ort stand Inverness auf dem Plan. Ich wollte unbedingt das Abertarff House dort sehen. Es wurde 1593 gebaut, ist demnach das älteste Haus in Inverness, und war früher das town house der Stadt. Auf der Bank davor zu sitzen, soll sehr entspannend sein. Wurde direkt ausprobiert. Ich weiß nicht, ob es an der Bank oder am nicht vorhandenen Kaffee lag, aber bequem und entspannend war es für mich nun nicht ganz so sehr wie angepriesen.

Aus diesem Grund besuchte ich doch lieber das Ashers Bakers alias „Wenn’s mal wieder länger dauert“, ein kleines Café in der pedestrian zone, bekannt für seine whiskey cakes, auf einen leckeren Cappuccino und eine Runde Diabetes. Und auch wenn der Cappuccino eine gefühlte Ewigkeit dauerte – das Warten war es jede Sekunde wert, denn die süßen Leckereien waren einfach köstlich.

 

Nach der kleinen, sehr entspannenden Zucker-Pause ging es weiter zum „Ship Space„. Dort sollte angeblich eine Nachbildung der Titanic stehen. Was auch immer die Titanic mit Inverness zu tun hat – ich habe es bis jetzt nicht herausbekommen -, ich fand, es war wenigstens einen kurzen Abstecher wert. Dass es überhaupt geöffnet hatte, wunderte mich schon. Nach einer herzlichen Begrüßung des netten Herren, der dort am Schreibtisch saß – ich glaube, er hat sich einfach darüber gefreut, seit Tagen einmal wieder Menschen zu sehen – bekam ich die Information „Just walk down the basement, go through the door down there and you can see the ship. You may also enter it, of course.“ Gesagt getan, basement runter. Vor mir stand eine große Kiste mit Verkleidungsutensilien. Spieltrieb: on! Dem Imperativ „Dress up“ musste Folge geleistet werden. Dass der nette Herr wahrscheinlich über eine halbe Stunde nur Gelächter, kindisches Gekichere und Gekreische aus dem basement gehört haben muss, dämmerte mir erst später – der Spieltrieb war auf „on“ und demnach war erwachsenes Auftreten völlig „off“.

Als nächstes fuhr ich zielstrebig zum Loch Ness. Im Vorhinein hatte ich eine Schwimmstunde mit Nessie vereinbart, war mir aber unsicher, ob sie auftauchen würde. Gerade erst heute Morgen schrieb mir meine Mama, ich solle dort auf jeden Fall warten, bis ich sie sehen würde, woraufhin ich entgegnete, dass ich dann dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr nach Hause käme (was ein sinnloser Kommentar! 😀 ) – zu sehr war ich von einem Korb ihrerseits ausgegangen. Und plötzlich war sie da! Kurz nach meinem Eintreffen tauchte sie aus dem Loch Ness auf. 😀 Die Freude über die Begegnung mit Nessie war riesig.

Einige Kilometer später tauchte das Urquhart Castle, eine Burgruine am Loch Ness, auf. Die erste Besiedlung geht auf das 6. Jahrhundert zurück. Sehr sehr alt also, das gute Stück. Ende des 13. Jahrhunderts wurde sie von den Engländern eingenommen, Anfang des 14. Jahrhunderts gehörte sie dann wieder den Schotten, um noch im Jahr der Rückeroberung erneut an die Engländer verloren zu gehen. Schließlich war sie dann ab 1306 wieder in schottischer Hand, wurde zunächst zu einer Festungsanlage, im 16. Jahrhundert zu einem Wohngebäude und im 17. Jahrhundert verlassen und auch ihrem Verfall überlassen.

Den letzten heutigen Zwischenstopp bevor es wieder über die Highlands zurück nach Aberfeldy gehen sollte, legte ich in Fort Augustus ein. Warum?! – Natürlich ausschließlich wegen des überaus bekannten Caledonian Canals, der tourist attraction in Fort Augustus. Übrigens auch die einzige.

Es handelt sich hierbei um einen Kanal, der die Ost- und Westküste Schottlands verbindet. Mit seiner Gesamtlänge von 97km ist er aufgrund der 29 Schleusen in der Lage, die ganzen Höhenunterschiede der einzelnen Lochs auszugleichen. Und ernsthaft?! – Weil ich keine Lust auf denselben Rückweg hatte und in Fort Augustus noch nach einem Kaffee geierte, bevor der lange, lange Rückweg über die einspurigen Straßen der Highlands angetreten wurde.

Der Höhepunkt des Tages – natürlich abgesehen von meiner Begegnung mit Nessie – geschah dann mitten in den Highlands: holy Highland cows! Für diese drehte ich sogar mitten auf der Landstraße um! Holy cow, finally!! 

Alle Bilder des Tages findest du in der Galerie.

 

 


Reisestationen des Roadtrip durch Schottland:

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