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Europablogparade: Schottland – 12 Tage Roadtrip durch die Highlands

Die Europa-Blogparade

Ende Februar rief Christina von Trip to the Planet zur großen Europa-Blogparade auf. Die Idee, die dahinter steckte, war folgende: 50 Blogger schreiben Beiträge über 50 Länder in Europa. Da wollte ich natürlich unbedingt dabei sein. Zunächst war das aber gar nicht sooo einfach, da ich nun ja nicht ganz so häufig längere Zeit in Europa Urlaub mache – für Südostasien hätte ich da weitaus mehr zu bieten gehabt. Aber vergangenen Dezember machte ich einen Roadtrip durch Schottland. Das perfekte (europäische) Land für meine Teilnahme an der Blogparade.

Heute erzähle ich dir, was du alles in Schottland sehen solltest.

St. Andrews

Meinen Roadtrip startete ich in St. Andrews. Das kleine Städtchen hat wohl irgendwas um die 20.000 Einwohner und liegt im Osten Schottlands. Völlig verzaubert hatte mich die mittelalterliche Altstadt mit ihren süßen Shops und Cafés, der Ruine der Kathedrale, die Burgruine und der historische Hafen. Nimm‘ dir etwas Zeit, um ein wenig durch die Stadt zu flanieren, genieße einen Kaffee im Zentrum und beobachte das bunte Treiben auf den Straßen oder wandle durch die Ruinen der Kathedrale.

 

In der mittelalterlichen Altstadt kommst du nicht nur sightseeing-technisch voll auf deine Kosten.

 

Loch Lomond und Trossachs Nationalpark

An meinem ersten vollen Reisetag fuhr ich von Dundee zum Loch Lomond & Trossachs Nationalpark. Die Hügel, Lochs und Glens der Trossachs („stoppeliges Land“) bieten einen sehr guten Vorgeschmack auf die wilde Landschaft Schottlands, die du in den nördlicheren Highlands zu sehen bekommst. Der größte See dieser ganzen von Seen förmlich überfluteten Landschaft ist der Loch Lomond. Geschichtlich überfrachtet ist diese Gegend ebenfalls: unter anderem befindet sich dort das Stirling Castle – du erinnerst dich sicher an den Spruch: „Wer Stirling hält, hält Schottland“ -, Maria Stuart soll dort gelebt haben und es gibt dort das Monument, das an „Braveheart“ erinnert.

Der Blick auf den Lomond See bei Regen – aber auf alle Jahreszeiten binnen weniger Stunden solltest du in Schottland vorbereitet sein.

 

Von dort aus fuhr ich weiter nach Oban, Argyll und schließlich Glencoe. Wenngleich ich auf die historischen Begebenheiten hier im Einzelnen nun nicht eingehen möchte – es wäre zu ausufernd – , so möchte ich nicht ganz unerwähnt lassen, warum diese Region Schottlands so berühmt ist: in diesem Teil Schottlands wurden einige sehr bekannte Filme gedreht, unter anderem „Highlander“, „Braveheart“, „Rob Roy“, „Skyfall“ und „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“.

Ein weiterer See Schottlands – zwischen Argyll und Glencoe.

 

Perth und Perthshire

Auch Perth und Umgebung ist einen Abstecher wert, denn hier findest du den Dunsinane Hill, diesen literarisch so wichtigen Berg, kommt er doch in einem der bekanntesten Shakespeare Stücke „Macbeth“ vor, in welchem die Prophezeiung der Hexen lautete: „Macbeth shall never vanquished be, until Great Birnam wood to high Dunsinane hill shall come against him.“ Kurz zur Erläuterung: Aufgrund der Hexenprophezeiung fühlt sich Macbeth so sicher – er geht ja korrekterweise davon aus, dass sich ein Wald im wörtlichen Sinne nicht bewegen kann -, dass er weder Tod noch Teufel fürchtet und am aller wenigsten seinen größten Widersacher Malcolm. Allerdings sind die Prophezeiungen der Hexen nicht wörtlich zu verstehen (die sind ja böse Gewitterhexen!). Schließlich „bewegt“ sich der Wald doch, denn die Soldaten tragen, als sie durch den Birnam Wood laufen, als Tarnung große Äste vor sich her. Wenn sich die Armee also bewegt, sieht es so aus, als würde sich der Wald bewegen. Macbeth wird daraufhin im Zweikampf von Macduff, einem Than of Fife (die Ecke, wo ich gerade zwei Tage genächtigt hatte) getötet. Dass es sich hierbei nur um einen fiktiven Sieg handelt, liegt nahe. Macbeth wurde erst einige Jahre später von Malcolm in der Nähe von Aberdeen, das übrigens auch noch auf meiner Reiseroute liegt, geschlagen. 

Schottland Highlands

An den Sonnenauf- und -untergängen über den Highlands konnte ich mich gar nicht satt sehen.

 

Ein weiteres kleines Highlight in dieser Region ist St. Serfs Church & Dupplin Cross. Das Dupplin Cross, das sich im Inneren der Kirche befindet, soll eines der am detailliertest gemeißelten Steinkreuze überhaupt sein. Gemeißelt wurde es rund um 800 und wurde einem der letzten Könige von Pictland gewidmet. Aber auch das Huntingtower Castle und Scone Palace, ein wundervolles gotisches Gebäude aus rotem Sandstein, in welchem die Könige Schottlands gekrönt wurden, sind definitiv einen Abstecher wert. 

Die St. Serfs Church: Im Inneren befindet sich das Dupplin Cross, einem Kreuz, das um 800 entstanden ist.

 

Cairngorms Nationalpark und Grampian Mountains

Im Norden Schottlands liegen der Cairngorms Nationalpark und die Grampian Mountains mit den Städtchen Blair Atholl, Aviemore und Boat of Garden. Dort kannst du im „The Boat Hotel“ leckeren Kaffee trinken und einen Blick auf die Gleise der Dampfeisenbahn werfen. Mit etwas Glück siehst du sie auch.

Braemar Castle

Das Braemar Castle war früher das Jagdschloss des Königs von Schottland.

 

In dieser Region liegen auch das Balmoral Castle, die Sommerresidenz der Königin von England, und das Braemar Castle. Dieses war früher Jadgschloss des schottischen Königs, wurde dann eingenommen, niedergebrannt, war bis zum 18. Jahrhundert eine völlige Ruine, wurde dann wieder aufgebaut und gehört nun auch, oh Wunder, zur Krone. Hier gab es im Dezember dann abgesehen von den zahlreichen Schlössern auch Schnee zu bestaunen. 😉

Glenshee

Schnee kurz nach Spittal of Glenshee, dem Ort, an dem das Wasser des „Shee“ in das „Glen“ (= Tal) fließt.

 

Loch Ness und Inverness

Das absolute Highlight meines Roadtrips war schließlich die Region um Inverness. Nach dem Besuch des Cawdor Castle, das sich circa 20 Kilometer außerhalb von Inverness befindet, besuchte ich in Inverness das Ship Space, wo sich ein Nachbau der Titanic befindet und in dessen Keller man aufgrund der zur Verfügung gestellten Verkleidungs-Utensilien man ganz schnell in seine Kindheit zurück verfällt.

Im Ship Space in Inverness kannst du deinen Spieltrieb voll ausleben.

 

Abgesehen vom Ship Space kannst du in Inverness noch das Abertarff House, das älteste Haus in Inverness und früher das town house der Stadt, besichtigen. Auf der Bank davor zu sitzen, soll sehr entspannend sein. Naja… besser saß ich dann doch in Asher’s Bakery. Und auch wenn die Zubereitung des Kaffees gefühlte Ewigkeiten dauerte, so war das Warten aufgrund der angebotenen Köstlichkeiten jede Minute wert.

Süße Leckereien warten auf dich in Asher’s Bakery in der Fußgängerzone von Inverness.

 

Schließlich ging es am Loch Ness entlang zum Urquhart Castle, einer Burgruine am Loch Ness, entlang dem Loch Ness nach Fort Augustus, um dort den Caledonian Canal, einem Kanal, der die Ost- und Westküste Schottlands verbindet. Mit seiner Gesamtlänge von 97 Kilometern ist er aufgrund der 29 Schleusen in der Lage, die ganzen Höhenunterschiede der einzelnen Lochs auszugleichen.

Edinburgh

Nach einem Abstecher in Glasgow, wo ich das neue Jahr einläutete, fuhr ich weiter nach Edinburgh, der letzten Station meiner Reise. Über Dean Village, einem Vorort von Edinburgh kam ich im Zentrum Edinburghs an – vorbei am Royal Scots Greys Monument, dem Royal Palace, einem weiteren Scot Monument und schließlich das Edinburgh Castle mit seinem Park. Das älteste erhaltene Gebäude dort, die St. Margaret’s Chapel, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Weiter ging es vorbei an der Princes Street, Mercat Cross, durch die Old Town, vorbei an der St. Giles Cathedral und am Balmoral Hotel, dessen Glockenturm ein Wahrzeichen der Stadt ist.

Edinburgh

Das Wahrzeichen von Edinburgh: Der Glockenturm des Balmoral Hotel.

 

Im Zentrum, auf der Royal Mile, wurde ich schließlich überrascht: der Edinburgh Christmas Market und das Santa’s Land hatten nach wie vor geöffnet und so konnte ich direkt am 01.01. die Glühwein-Saison eröffnen.

Edinburgh

Der Weihnachtsmarkt in Edinburgh hat auch noch im Januar geöffnet.

 

Wenn du mehr Informationen über meinen Roadtrip durch den Norden Schottlands erhalten möchtest, lade ich dich herzlich dazu ein, meine Seite zu Schottland zu besuchen. 😉

 

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2 Kommentare auf "Europablogparade: Schottland – 12 Tage Roadtrip durch die Highlands"

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Vonni
Gast

Schottland war wirklich wunderschön! …und was würde ich jetzt für so eine leckere Schokoladentorte geben – sie wird mir in ewiger Erinnerung bleiben😍
LG Vonni

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