Auf der Suche nach Wärme fiel die Entscheidung für Silvester dieses Jahr auf den Oman. Eine Jeep-Tour sollte es werden. Merke: Never camp in a Wadi! – Überflutungsgefahr! Never camp near stones! – Schlangengefahr! Und, wenn man schon mal zufällig in Ibri ist (was der Reiseführer nun nicht wirklich vorschlägt), kann man dort auch mal zum Pizza Hut! Ansonsten: Chicken Birjani zum hundersten Mal (schmeckt aber immer anders), Riesenschildkröten in der Silvester-Nacht, Jebel Shams, Moschee in Muscat, viele closed roads (aber: hinter dem Schild beginnt der eigentliche Fahrspaß!), noch viel mehr Wadis, Bienenkorbgräber und und und…
Nun gut, 3 Wochen scootering extreme stimmt nicht ganz – es waren nur 2 Wochen, dafür aber 1200km, in der dritten Woche ging es für ein paar Tagen hoch in den Norden, denn Hanoi und Halong standen noch auf der Checkliste.
Die Route:
Saigon (2 Tage)
Phan Tiet/Mui Ne
Phan Rang
Da Lat (2 Tage)
Nha Trang
Quy Nhon
Quang Ngai (2 Tage)
Hoi An (2 Tage)
Hue (3 Tage)
Hanoi
Halong (2 Tage)
Hanoi
Saigon
One-way-scooter-rental – eine wundervolle Erfindung. Sonst wäre das alles so nicht möglich gewesen. Rückgabe des Rollers am Bus Terminal in Hue und dann weiter mit dem Flieger nach Hanoi, eine Nacht auf dem Boot in der Halong, zurück für eine Nacht in Hanoi und dann, back to where it all started, wieder nach Saigon.
Lange Wochenenden und Brückentage werden ausgenutzt. Immer. Nichts wie weg. Denn wenn diese kommen, bin ich für gewöhnlich mit meinen Korrekturen durch und das einzige, das noch ansteht, ist das mündliche Abitur. So auch dieses Jahr. Also, ab in den Flieger und runter zu Dogan und auf die Dachterrasse.
Zwei Tage Istanbul, ein Tag Kappadokien, zurück für eine Nacht und einen Vormittag in Istanbul. Aufgrund starker Winde und Regen konnte die Ballontour leider nicht stattfinden. Alternative hierfür war eine kleine Wanderung durch die Landschaft Kappadokiens. Auch schön. Der Trip: perfekt für einen Tapetenwechsel zwischendurch, Baklava, Wein und Blödsinn machen in Istanbul – was könnte man von einem langen Wochenende mehr erwarten?!
Der Plan war: nach der Abikorrektur direkt das Land verlassen und eine Runde abhängen im Warmen. Da ich aber auch nicht 5 Tage still sitzen kann, habe ich mir ein Auto gemietet. Drei Tagestripps waren geplant.
Südküste
Pamukkale
Izmir und Efez
Drei Tagestripps wurden auch durchgezogen – nach jeweils einem ausgiebigen Frühstück ging es los. Wundervoll! Ich habe total viel erlebt, war sehr entspannt und hatte eine perfekte Mischung aus Kultur und „sich-um-nichts-kümmern-müssen“ ?
Mittlerweile bin ich ja daran gewöhnt, dass mein westliches Gesicht in Asien auffällt – schon immer, nicht nur in diesem Urlaub. Mittlerweile bin ich auch daran gewöhnt, dass komische Dinge passieren, wenn ich alleine durch die Straßen laufe – ebenfalls schon immer. Mittlerweile bin ich auch daran gewöhnt, dass ich auf der Straße angesprochen werde und mich Mädels, ganz schüchtern, regelrecht demütig, fragen: „Sorry, Miss, can take photo with you?“ Aber heute erreichte das Ganze seinen Höhepunkt – ich war wohl zu sehr in local-Vierteln unterwegs oder es waren allgemein heute zu viele locals unterwegs. Alle paar Meter wurde ich angesprochen. Irgendwann habe ich mir einen Spaß daraus gemacht und zurück gefragt: „Can take photo with you?“ (absichtlich falsche Grammatik, aber das merkt hier ja auch niemand). Verwirrung pur.
Auf dem Sightseeing-Programm heute standen:
Jakarta Kathedrale:
Der erste Hotspot von der Unterkunft aus war die in ca 2 km entfernte Kathedrale. Kurz überlegte ich, ob ich einen public Bus nehmen sollte, um die Strecke zu fahren, aber ich hatte (noch) das Gefühl, dass ich kräftetechnisch weit im Plus war. Als ich an der Kathedrale ankam und rein ging (jaaaa, ich zögerte tatsächlich kurz, ob ich rein sollte oder nicht), crashte ich direkt eine Hochzeit, die dort gerade voll im Gange war.
Istiqlal Moschee:
Gab es heute von innen nicht, es war Gebetszeit und so durfte ich nicht rein. Nicht schlimm. Mir war tendenziell eh eher nach dem Event im/auf dem (?!) Pasar Baru, das ich auf dem Weg zur Kathedrale bereits gesehen hatte.
Pasar Baru:
Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass hier heute – entweder weil Wochenende ist oder weil ich halt irgendetwas nicht mitbekommen hatte (Letzteres ist wahrscheinlicher) – mega der Bär steppte. Zig Buden waren aufgebaut, mehrere Bühnen, auf denen Shows gezeigt wurden. Kleine Shops mit Kleidung, Cremes, Kunstwerken (ist das Kunst oder kann das weg?!) wohin das Auge reichte. Ein paar wichtige Tierchen – zumindest gehe ich davon aus, dass sie wichtig waren, kennen tue ich sie aber nicht – waren ebenfalls anwesend. Irgendwas musste der ganze Zirkus aber mit denen zu tun gehabt haben. Während ich langsam meinen Weg Richtung NationalGallery und NationalMonument einschlagen wollte, landete ich völlig überraschend in einem, naja, ich weiß auch nicht, wie ich es nennen soll, bei uns würde man das wohl eine Gartenausstellung nennen, aber dafür war es viel zu groß. Es erinnerte eher an einen Park. Sitzgelegenheiten genügend. Pflanzenanbieter genügend. Die kaufbaren Pflanzenarten hätten verschiedener nicht sein können. Süß. Fast eine weitere Stunde verging bis ich schließlich über den Park beim NationalMonument (auch hier: zig Buden, die Stadt stand heute irgendwie Kopf), vorbei am NationalMuseum (nein, ich bin nicht rein, a. viiiiel zu voll und b. kein Regen – ich gehe, wenn überhaupt nur bei Regen in ein Museum/eine Ausstellung – finde das dann auch toll, mit Desinteresse hat es daher wenig zu tun, aber solange das Wetter toll ist, verbringe ich meine Zeit lieber draußen), einen public Bus nahm und nach Chinatown fuhr.
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Chinatown:
Perfekt zur Mittagszeit. Der Blick auf das Garmin verriet mir: knapp 10km gelaufen. Kein Wunder hatte ich Hunger. Kein Problem. Ich war ja soeben im Fressstände-Paradies angekommen. Den nächsten Obststand angesteuert: Lecker Papaya. Dann ein Irgendwas-Stand. Der Verkäufer verstand mich nicht, ich verstand den Verkäufer nicht. Ein Schild, was er anbot, gab es nicht. Mich erinnerte das angebotene Futter an gebackene Banane und diese Art von Kartoffelchen, die Kare macht. Gekauft. Rein damit. Es war (surprise, surprise) gebackene Banane und diese Art von Kartoffel. Satt war ich davon aber nicht. Also weiter. Holger hatte mir von einem Stand an der Brücke erzählt. Auch hier: ich hatte keine Ahnung, was ich mir das rein zog, aber es schmeckte genau wie Holger es beschrieben hatte: Fisch, auch wenn es nicht mehr danach aussah. Es schmeckte sogar richtig gut.
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Nice to be nice again
Sightseeing genug für heute. Zeit, sich mal ein bisschen um mein Aussehen zu kümmern. Also, ab zur Kosmetikerin im BCA Tower. Im Indo-Lääänd ein Erlebnis für sich. Maniküre, Pediküre, Augenbrauen zupfen, so der Plan. Alles auch so, wie man es in Deutschland prinzipiell kennt. Nicht dass ich da in Deutschland hingehen würde – für gewöhnlich mache ich das selbst. Aber a. war der angerichtete Schaden viel hoch und b. hatte ich (natürlich) mein Equipment dafür nicht in meinem Reisegepäck.
Auch hier war „movie star, a movie star“ angesagt. Nein, ich möchte nach dem Augenbrauen zupfen meine Augenbrauen nicht gefärbt bekommen. Ja, meinetwegen zieh‘ sie mit nem Liner nach, wenn es dir Spaß macht, aber ich werde das später wieder entfernen. Und nein, ich möchte keinen neuen Haarschnitt. Es ist mir egal, dass du noch nie einer Blondine die Haare geschnitten hast.
Voller Körper- und Personaleinsatz war angesagt. Der nette Indo, der die Pediküre machte, tat mir ernsthaft leid. Ich hatte den Eindruck, als wäre meine Hornhaut mittlerweile 5cm dick – wen wundert’s nach 4 Wochen fast durchgehend in Flipflops?! Füße und Hände wurden parallel lackiert, damit es schneller ging – die eine saß auf dem Boden, die andere mir gegenüber. Nach knapp 2 Stunden – ich hab für so etwas ja echt keine Geduld, aber was muss, das muss – war das Prozedere überstanden.
Das Ergebnis: ich sehe wieder total ansehnlich aus. Wirklich ansehnlich. Auch in meiner Selbstwahrnehmung. ? Man reiche mir einen Blazer und meine Pumps und ich mache euch ab Dienstag direkt wieder die Beamtin! ?
Anmerkung zum Schluss, falls überhaupt jemand noch so weit liest: das war der letzte Blogartikel. Morgen Vormittag geht es an den Flughafen. Von dort zuerst nach Singapur und von Singapur dann zurück nach Hause – dort gibt’s dann auch wieder Magerquark. Finally! Sänk ju for traveling wis me!
Gar nicht deutsche-Bahn-like fuhr der Zug um 16.18 Uhr (geplante Ankunft: 16.22 Uhr!) in Jakarta ein. Also, direkt los, mit dem public Bus auf Hostel-Suche. Check in. Kurz Sachen umpacken. Daypack und Sportklamotten aus dem großen Rucksack holen, Sportklamotten in den daypack hauen, wieder los, in den public Bus und ab zum Menara BCA, dem BCA Tower. 11. Stock: Fitness First. Dieses Mal musste ich für meinen Day pass auch bezahlen. 250.000 IDR. Nicht günstig. Aber ich hatte ja noch einen gut aus KL. ? Zwei Stunden Krafttraining und 20 Minuten Intervall auf dem Laufband. Wo die Kraft dafür herkam – mir völlig schleierhaft. Lag wahrscheinlich an der heftigen Zuckerzufuhr der vergangenen Tage – ich befürchtete schon Diabetes, war ich doch einen solchen Süßigkeitenflash seit meine Abiturienten nicht mehr da sind, einfach nicht mehr gewohnt.
Der Plan nach Fitness First: hoch in den 56. Stock in die Skybar. Unten hatte ich bereits ein Schild gesehen, welches semi-formal als Dresscode voraussetzte. Ich überschlug kurz im Kopf: okay, ich trage keine Flipflops, aber schwarze Shorts, ein graues Labber-Shirt und darunter mein Bikini-Oberteil – für mich definitiv nicht semi-formal. Schuhe: check. Der Rest: uff – könnte kritisch werden.
Ein klassischer Fall von Diskrepanz in der Fremd- und Selbstwahrnehmung. Mein Eindruck von mir selbst glich, gelinde gesagt, „abgeranzt“ (Selbstwahrnehmung) – nach Fitness First aber wenigstens frisch geduscht – der security Typ, der die Gäste-Auswahl vor dem extra für die skybar vorhandenen Fahrstuhl trifft, schaute mich von oben bis unten an. Das einzige, das mir in diesem Moment einfiel, war: „Well, at least, it’s no Flipflops!“ Er lachte und ließ mich durchgehen (Fremdwahrnehmung). Oben angekommen, wurde mir direkt ein Tisch im Restaurant-Bereich gegeben. Für die Bar war eine Reservierung notwendig. Hatte ich nicht. Mir war’s einerlei, wo ich sitze. Ich wollte ja nur den Blick nach unten und ein Glas Weißwein – der erste Wein seit wie vielen Wochen?! Ich weiß es nicht. Zu lange! Da ist ein bisschen etwas aufzuholen! – genießen. Während ich die Weinkarte studierte und mich gerade für einen Sauvignon Blanc entschieden hatte – die restliche Auswahl waren diverse Rieslinge und irgendwie hatte ich dunkel, gaaaanz dunkel, in Erinnerung, dass diese größtenteils nicht meinen Geschmack treffen – kam ein Mann an meinen Tisch und sprach mich an. Es stellte sich heraus, dass er der Chef der Bar war. Nicht angezogen wie die Kellner des Restaurants, war ich auf das Angesprochenwerden nicht so wirklich vorbereitet. Ganz und gar nicht eigentlich. Ich hatte damit gerechnet, dass gleich ein Kellner meine Sauvignon-Bestellung aufnimmt. Mit einem überaus charmanten Lächeln im Gesicht teilte er mir mit, dass er gesehen hätte, dass ich alleine hier sei und dass er mit seiner Crew gleich eine Flasche Wein öffnen würde, um sie zu probieren und er mir daher ein Glas anbieten wollen würde. Ich dachte, der Typ macht Witze und sagte zu ihm: klar, immer her mit dem Alkohol. Nein, er machte keine Witze. Er meinte es tot ernst. Keine zwei Minuten später kam er mit Glas und frisch geöffneter Weinflasche, schenkte mir und sich ein, prostete mir zu, wünschte mir einen schönen Abend und verschwand wieder in das Nichts, aus dem er gekommen war. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah, trank genüsslich den 2014er Shiraz (ja, ich wollte eigentlich Weißwein, keinen Rotwein – Gott weiß, was Rotwein alles mit einem anstellen kann, aber auf Einzelschicksale kann eben nicht immer Rücksicht genommen werden, bei mir schon gar nicht), genoss den Blick über die Stadt. Nachdem das Glas getrunken war, machte ich ein paar Bilder (die Qualität lässt bei Dunkelheit leider zu wünschen übrig), kam zurück an meinen Tisch und fand vor: ein erneut gefülltes Glas Rotwein. Zwei Gläser Wein direkt nach dem Krafttraining und ein Essen, das bereits mehrere Stunden zurücklag – ich werde es nicht weiter ausführen, ließ den Abend mit dieser interessanten Wende ausklingen und dachte so bei mir: okay, soooo abgeranzt kann ich wirklich nicht aussehen. ?? Dennoch: Futter musste noch her. Schnell. Viel. Ganz viel. Auf dem Rückweg zur Unterkunft hatten schon ziemlich alle Fressstände geschlossen (klar, nach 23 Uhr). Einer war noch in Betrieb und die beiden netten Herren versorgten mich mit Nasi Goreng und Krabbenchips. Viiiiel Nasi Goreng und einem Teller Krabbenchips. Meins! Zum local price von 13.000 IDR. So günstig hatte ich seit Bali nicht mehr gegessen. „Foto, Foto!“ war natürlich ein Muss.
Weinchen:
Bissi müde vom Sport – vielleicht war es auch der zweite Wein ?, aber Foto muss, weil: wenn kein Foto, dann ist es nicht passiert.
Der Blick runter:
Fazit Skybar:
Weinchen: lecker, vielleicht einen Hauch zu trocken, aber dennoch sanft im Abgang, relativ wenig säurehaltig – aber: dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul!
Der Blick runter: der absolute Hammer!
Gesparte Kohle: locker 140.000 IDR, denn da beginnen die Weinpreise.
Vorab: wahrscheinlich verstehen weniger als drei Menschen die Ironie des heutigen Blogtitels (und wahrscheinlich lesen gerade alle Leser noch einmal den Blogtitel nach, weil sie ihm vorher keine Beachtung geschenkt hatten).
Da er aber zu schön ist, um einen anderen zu nehmen, werde ich ihn erklären (müssen). Also. 13. März 2015: Englischabitur. Vorschlag A – Auszug aus einer Kurzgeschichte mit dem Titel „Thoughts on a train“ von Mango Tshabango. Thema: racism in Südafrika mit Bezug zu den USA.
Eine Kür für meinen damaligen Kurs, hatten wir die (vorgezogene) Klausur zehn Tage vor dem Abitur doch genau über dieses Thema geschrieben.
18 von 22 Prüflingen entschieden sich für diesen Vorschlag. Die Konsequenz: nach der zehnten Abitur-Korrektur bekam ich Brechreiz bereits beim Einleitungssatz. The short story „Thoughts on a Train“ by Mango Tshabango from 2010 is about… Hell, yeah! Korrekt verwendete Präpositionen, Anführungszeichen korrekt oben gesetzt, Titel und Autor korrekt (ab)geschrieben (die Erziehungsarbeit der letzten beiden Jahre trug endlich Früchte ?) – mein Willen/Bedürfnis, ein weiteres Mal den Titel/den Namen des Autors zu lesen, ging jedoch dezent gegen null. *koppauftisch*
So, Zugfahren also?! Ein Blogbeitrag über Zugfahren?! Meinethoughts on a train? Geht’s?!
What shall I say? – Ich bin Deutschlehrerin und besitze die unter dieser Spezies weit verbreitete Kompetenz, stundenlang über Sinnlosigkeiten und bescheuerte, wenig bis nichts sagende Themen philosophieren zu können. Ohne Punkt und Komma. Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie ein Wasserfall. Mit einer Euphorie, dass es schmerzt. Also, los geht’s!
Meine Erfahrungen mit Zugfahren in SOA? – Begrenzt. Ich erinnere mich an zwei Situationen.
Situation 1: Die Zugfahrt von Bangkok nach Chiang Mai (2004), eine Nachtfahrt im Schlafabteil und daher wenig aussagekräftig, weil ich geschlafen habe.
Situation 2: Die Zugfahrt ab Rangoon (2008), hoch die „Road to Mandalay“. Ach, ich höre den Robbie schon trällern: „Everything I touched was golden, everything I loved got broken on this road to Mandalay“ – was auch immer er da singt, mit Burma und Mandalay kann es nichts zu tun haben und ich bezweifle stark, dass der Herr jemals in einem burmesischen Zug saß. Holzklasse. Im wörtlichen Sinne. Holzbänke. Blanke Holzbänke.
Zu meinen Füßen: ein Käfig mit Hühnern. Gackernde, kackende, stinkende, ständig mit den Füßen scharrende Hühner. Rechts und links von mir: Burmesen, die ganze Reissäcke durch das Land transportieren. Teilweise auf ihnen sitzen, weil sie auf den Holzbänken entweder keinen Platz mehr gefunden haben oder weil die Säcke einfach bequemer sind.
Die Höchstgeschwindigkeit des Zuges: 30km/h – viel schneller sollte der Zug auch beim Aussehen der Schienen nicht fahren – die normale, durchschnittliche Geschwindigkeit: etwas schnelleres Gehen.
Ein Gutes hat es. Man kann Einkäufe durch die Fenster (oder mit welchem Wort auch immer man die Luftlöcher der Zugwände beschreiben kann) tätigen und Obst, Getränke, warmes Essen von Verkäufern, die an den Gleisen stehen, einkaufen.
Drei Stunden später spürt man dann auch die Schmerzen in Po und Rücken nicht mehr – alles ist komplett taub.
Entweder die Zeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich zum Positiven verändert oder ich war einfach im falschen Land unterwegs – ein Gedanke, den ich zum damaligen Zeitpunkt schon einmal hatte.
Nein, ernsthaft, Bus fahren in Thailand bin ich durchaus gewohnt. Auch in Vietnam. Nicht alles geht mit Scooter.
Natürlich sind die Kontraste zu damals mehr als deutlich, wenngleich die Geschwindigkeit immer noch, zumindest gefühlt, dieselbe wie damals ist.
Heute bringt Zugfahren aber sämtliche Annehmlichkeiten mit sich, die man sich nur vorstellen kann: bequeme Sitze, einen Fernseher (heute proudly presented by Kereta Api, die deutsche Bahn im Indo-Lääänd: „Night in the Museum“, Teil 2, wenn man die passenden Stöpsel hat! Besser als „Snowwhite and the huntsmen“ auf voller Lautstärke in der Endlosschleife – erlebt im Nachtbus von BKK nach Phuket, da helfen dann auch keine Ohropax und Dr. Dubai-Tabletten mehr), Stromanschlüsse bei den Sitzen, eine Crew, die ständig herumläuft und die Reisenden mit völlig überteuertem und übel schmeckenden Kaffee (ich weiß auch nicht, warum mir gerade jetzt sänk ju for traveling wis deutsche Bahn einfällt) versorgt, eine funktionierende Klimaanlage. Sehr gut funktionierende Klimaanlage. Zu gut.
Gerade in Bezug auf Letztere ist eine dringende, entsprechende Reise-Vorbereitung anzuraten, denn Klimaanlagen (auch oder vor allem die in asiatischen Bussen) sind grundsätzlich viel zu kalt eingestellt. Socken, Decke, diverse Jäckchen/Pullis sollten daher im Reisegepäck so verstaut sein, dass man schnell und problemlos an sie heran kommt.
Sehr schnell, da Frostbeulengarantie. Einmal mehr erwiesen sich mir meine flauschigen Flugzeug-Socken (das letzte Mal nutzte ich sie als Handschuh-Ersatz, um den Ijen zu besteigen), die heute farblich sogar auf Flipflops und Brille abgestimmt sind und mein Ayshe-Schal, der sich immer wunderbar als Decke, Kopfbedeckung in Moscheen, Bedecken meiner Knie (Sarongstyle), Schal bei Regen auf dem Roller, Kälteschutz, wenn man mal spontan einen Berg besteigen möchte, einsetzen lässt als unverzichtbare Reise-Accessoires.
Auch um die rauchenden Passagiere wird sich gekümmert. Stündlich hält der Zug an einem Bahnhof. Fünf bis zehn Minuten Wartezeit, die von den Passagieren nicht ungenutzt bleiben.
Alle Raucher raus auf den Bahnhofssteig – das Schild „non-smoking area“ interessiert hier ja niemanden – wieder rein, wenn der Schaffner beginnt, die Türen zu schließen.
Dank der vorhandenen Steckdosen kam ich heute ein gutes Stück in meinem Buch weiter, habe zahlreiche Bilder und Videos auf dem Handy sortiert, diesen Blogbeitrag geschrieben.
Vielleicht verfasse ich demnächst mal einen Beitrag über „Dinge, die man tun kann, wenn man absolut nichts zu tun hat“.
Vielleicht ziehe ich mir diese Liste dann mal in den nächsten Ferien rein, bleibe daheim und arbeite sie ab. Ääähh…?! – I don’t think so!
Viel zu erzählen gibt es über heute nicht – ich habe knapp 10 Stunden geschlafen (Prambanan und Borobudur forderten ihren Tribut), viel gechillt, bisschen Planungskram erledigt, u.a. mich über Jakarta schlau gemacht, Sternchen in Google maps gesetzt, mich mit dem Flughafen in Singapur, der Frage „Wie bringe ich die Kippen unbemerkt durch den Zoll?“ (Einfuhr ist dort nämlich verboten) und der dortigen map (gibt es einen luggage storage vor der immigration?) auseinandergesetzt. Nein, nicht lachen. Das sind zentrale Dinge! Zentrale Dinge, die ich Idiot damals bei dem Anblick des Flugpreises nach Singapur völlig übergangen hatte – da bleibt nur eines, wenn es nicht klappt: das Rauchen stecken. Deutsche Kippen und Deutschland mit diesen völlig überzogenen Steuern unterstützen?! – No way! 😉
Aufgerafft habe ich mich zu einem kleinen „Spaziergang“ über die Jl. Malioboro und den Pasar Beringhajo. Dabei gab es viele, viele kleine Leckereien, die ich hier bisher noch nicht gesehen hatte. Musste natürlich alles mal probiert werden. 😉 Nach einem leckeren Abendessen lasse ich nun den Abend im Lotus Mio (Espresso-time!) ausklingen. Morgen ist zeitiges Aufstehen angesagt. Der Zug fährt um 9 Uhr ab.
Ein etwas verspäteter Start im Vergleich zu den vergangenen Tagen, ca 1,5 Stunden Fahrt mit dem Roller zum Borobudur (hell, yeaaah! Treppen! – Thinkin‘ about skipping legday…), Treppen hoch, Treppen runter. Riesig, das Teil. Faszinierend, das Teil. Krasser Scheiß.
Borobudur
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Der Rest des Tages: Kleiner Mittagssnack, Fahrt zurück nach Yogya, Zugticket für Jakarta besorgen, Kaffee beim Starbucks (die Frequenz der Starbucks-Besuche nimmt langsam aber sicher zu – ein untrügliches Zeichen, dass eine Heimkehr nun langsam aber sicher angezeigt ist, eine Heimkehr zu meiner very beloved Kaffeemaschine, ein kleiner Luxus, bei dem man doch immer dazu neigt, ihn als etwas völlig Alltägliches anzusehen), danach zur Unterkunft, an den Pool, chilly-vanilly uuuuuund bisschen durch den restlichen Tag futtern. 😉 In den kommenden Tagen wird noch einmal Asienzeug gefuttert, was das Zeug hält, ohne Rücksicht auf Verluste – hell knows when I will be back there! Und lecker und gesund isses allemal.
Food stuff
Abendessen im Padang:
Das ist das Padang. Reingehen, Teller mit Reis bekommen, sagen, was man sonst noch als Beilage haben möchte oder, wie es hier der Fall war, einfach alles selbst aussuchen und auf den Teller werfen. Abgerechnet wird nach Grundpreis für Reis/Gemüse/Soße und dann die jeweiligen Beilagen.
Futter, nämlich (von links nach rechts): eine Art Quiche aus Tofu und Ei, ein kleines Stück beef Indian style, very very spicy Gemüse und Blattspinat, ein „Riegel“ aus whatever mit Nüssen und ein kleiner Hähnchenschenkel.
Nach dem spicy Futter darf natürlich ein süßer Nachtisch nicht vergessen werden – yummie Magnum-Eis und ein Teigteilchen (Geschmack: belgische Waffel, also im Prinzip Geschmack nach nichts!), aber ich muss ja immer alles irgendwie wenigstens mal ausprobieren, um urteilen zu können, denn futtern nach dem Prinzip „Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht“ war noch nie meines. 😉
Und während ihr wahrscheinlich noch über meinen geistigen Zustand reflektiert, werde ich mich ins Bett begeben – das Fresskoma hat mich voll in seinen Fängen. 🙂
[Möchtest du mehr über Tag 1 und Tag 3 in Yogyakarta?]
Die Tage sind gezählt, das vorletzte Ziel auf meiner Reise ist erreicht: Yogyakarta! Yogyakarta und seine Tempel! Faszinierend, ja. Schön, ja. Chillig, ja. Nur wenige Kilometer waren heute mit dem Scooter zurückzulegen – ein bisschen Sightseeing, so gut wie keine Touris. Wo sind die alle?! – Ach, richtig, in Ubud!
Prambanan
Ratu Boko
Im Anschluss an Prambanan gab es heute noch Ratu Boko. Erschlagen von der Hitze genoss ich aber lieber eine kühle Kokosnuss als einmal um die Ruinen der Festung herumzulaufen – shame on me, man möge es mir verzeihen, aber die Kokosnuss machte mich einfach mehr an!
Ansonsten stand ab Nachmittag eigentlich nichts mehr auf dem Plan. Zeit genug, um mal wieder ins Gym zu gehen und langsam aber sicher das body shaping in Angriff zu nehmen. Mein ganz persönliches Highlight heute. 😉 Das Gym an sich war eigentlich total abgeranzt. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten eigentlich auch noch. Und auf den dritten, wenn ich ehrlich bin, immer noch. Umziehen konnte man sich in einer der drei vorhandenen Duschkabinen, die Straßenschuhe, also meine Flipflops, pfefferte man einfach in ein Schuhregal zu allen anderen Schuhen. Ein Handtuch von der Größe, dass es nicht einmal reichen würde, mir damit nach dem Haare waschen die Haare zu trocknen, wurde gereicht und los konnte es gehen. Alles lag wild auf dem Boden verteilt. Von Ordnung keine Spur.
Auf den ersten Blick. Aber der zweite Blick offenbarte einen anderen Zugang. Das Chaos hatte irgendwie System. Es war einfach überall und wenn man etwas nicht fand, dann fragte man einfach nach, wer es gesehen hatte und es wurde einem sogar gebracht. Die Auswahl der Geräte war nicht sonderlich groß, aber ich habe ja einen super Trainer Zuhause, der mir mittlerweile durch zig unterschiedliche Übungen ein riesen Repertoire an Möglichkeiten mitgegeben hatte. Freihantelbereich, Turm und etwas Kreativität reichten dicke, um ein wirklich gutes Oberkörper-Training absolvieren zu können. Morgen möchte ich ein Beintraining versuchen. Auch hierfür sind die Möglichkeiten mehr als begrenzt, aber ein nettes Mitglied, mit dem ich während meines heutigen Trainings ins Gespräch kam, zeigte mir einige Übungen, die ich morgen mit den Kurzhanteln machen kann. Beim Anblick der Duschkabinen während des Umziehens war mir der Wunsch nach einer erfrischenden Dusche nach dem Training bereits vor dem Training vergangen.
Dennoch: es hat unglaublich Spaß gemacht! Verschwitzt wie ich war, bin ich danach erst einmal Schuhe kaufen gegangen – sind sie nicht hübsch, Disco-Flipflops (den Zustand meiner Füße bitte mal dezent ignorieren, die Pediküre-Frau in Jakarta wird das Übel schon irgendwie richten)?!
Neue Flipflops mussten jetzt einfach noch her, ausnahmsweise mal ein Schuhkauf aus pragmatischer Sicht – die alten waren wirklich komplett durchgelaufen. Shame on die Tchibo-Flipflops. Teuer und halten nichts aus! Nächstes Mal reise ich wieder mit den billigen 5-Euro-H&M-Flipflops – die sind einfach unkaputtbar. 😀 Also, ab auf die Jl. Malioboro!
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