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Wenn die Welt ruft...

Smaragdgrün und atemberaubend schön: Kozjak Wasserfall & Soca Fluss

Kobarid – with nothing to do and nowhere else to go

Kobarid ist ein Kaff, das aus kaum mehr als 1.000 Einwohnern besteht. Hier bin ich gelandet, weil laut Aussage von Booking.com keine Zimmer mehr in Bovec zur Verfügung stünden. Glauben kann ich diese Information nicht – ich weiß ja, dass off season ist – aber ehrlich gesagt ist es mir zu heiß, weitere dreißig Minuten im Auto zu sitzen und in Bovec dann keine Unterkunft zu finden. Abgesehen davon habe ich nach den heutigen fünf Stunden im Auto keine Lust mehr, auch nur mehr als notwendig weiterzufahren.

Kozjak Wasserfall

Abgesehen davon dass Kobarid für mich als Notlösung dient, hat das Kaff nichts zu bieten. Es ist klein. Es ist nichts los. Und um 18 Uhr werden hier die Bordsteine hochgeklappt. Ironie pur, dass meine Unterkunft gleichzeitig eine Pizzeria ist. Den ganzen Tag habe ich schon Lust auf Pizza. Ironie pur deswegen, weil ausgerechnet am heutigen Tag Ruhetag ist und die Küche kalt bleibt.

Kozjak Wasserfall

…und über Kobarid geht die Sonne auf

Kozjak Wasserfall – der Weg ist das Ziel

Ich bin früh munter am nächsten Morgen. Nein, ich korrigiere, von munter kann nicht die Rede sein. Vielmehr bin ich wach und kann nicht mehr einschlafen. Und so mache ich mich gegen 8:30 Uhr auf den Weg zum Kozjak Wasserfall. Wirklich Lust auf eine Wanderung am frühen Morgen habe ich nicht. Aber die Fitbit will Schritte und Aktivitätsminuten. Und ich? – Ich will immer noch Pizza!

Kozjak Wasserfall

Abgesehen davon habe ich alle Zeit der Welt. Und ich möchte am Soca Fluss entlang laufen. Die Farben müssen atemberaubend schön sein.

Kozjak Wasserfall

Von Kobarid aus fahre ich zunächst über die Napoleon Bridge. Keine drei Minuten später erreiche ich den Parkplatz.

Kozjak Wasserfall

Insgeheim hatte ich ja gehofft, dass ich noch ein Stückchen weiter vor fahren kann, aber daraus wird ganz offensichtlich nichts, denn der Weg zum Wasserfall ist definitiv nicht fahrbar. Weder mit einem Hyundai (du erinnerst dich, mein Hyundai ist ein Jeep), noch mit einem Cabrio und schon gar nicht mit einem Touran. Meeh!

Kozjak Wasserfall

Mir bleibt also nichts anderes übrig als die zwei Kilometer zu laufen. Gedanklich überschlage ich: In 30 Minuten sollte das schaffbar sein! Dreißig rein, dreißig raus, fünfzehn für Bilder! Perfekt!

Pustekuchen! Brav folge ich der Beschilderung und frage mich, warum es eigentlich nur hoch und hoch und hoch geht. Noch ein unerwarteter legday. Mir brennen noch die Oberschenkel von gestern als ich den Wasserfall bei Bohinj bestiegen habe. Ja, bestiegen!

Seltsam anmutende Holz- und Betonbauten, in welchen sich wiederum Holztreppen befinden, sind immer wieder auf dem Pfad zu finden. Treppen! Viele! Aus Holz. Abwechselnd auch nur Steinstufen.

Ich frage mich, wie die Neckermanns hier hoch kommen wollen, haben sie gestern doch schon an den Bänken, die am Wegesrand standen, immer wieder Pausen eingelegt. Hier sind keine Bänke. Neckermanns übrigens auch nicht.

Abgesehen von den Strapazen des Weges ist das Naturschauspiel ein Traum. Immer wieder sehe ich den Soca River.

Einen kleineren Wasserfall gibt es ebenfalls. Das Wasser, das hier in das Tal fließt, ist glasklar. 

Irgendwann geht es auch nicht mehr nur hoch und hoch und hoch, sondern runter und vor allem mehr oder weniger ebenerdig weiter.

Kozjak Wasserfall

Und nach ziemlich genau zwei Kilometern und 45 Minuten (inklusive Fotoshootings!) erreiche ich den Kozjak Wasserfall. Ein Traum!

Kozjak Wasserfall

Als ich mich auf den Rückweg mache, denke ich bei mir: Das kann ja heiter werden, denn die Runter-Strecke von gerade eben muss ja auch wieder hoch gelaufen werden.

Aber wie durch Zauberhand geschieht genau das nicht. Ich folge dem ebenerdigen Pfad, orientiere mich daran, immer rechter Hand den Soca River zu haben und komme plötzlich an der Hängebrücke vorbei, die ich zuvor ein Stück weiter entfernt gesehen hatte als dort, wo ich meinen Aufstieg begonnen hatte.

Innerhalb von zwanzig Minuten bin ich wieder auf dem Parkplatz.

Erst später, als ich mich im Internet auf der Seite von Slovenia Trips über den Kozjak Wasserfall schlau mache, finde ich folgende Information: Follow a nice marked trail and you can also make a short detour to the right and visit remains of the bunkers from the 1st world war. A neat and popular trail will bring you to the spectacular Great Kozjak waterfall!

Short detour. Remains of bunkers from the First World War. Is’ klar. Kann man ja mal machen. Reminder an mich selbst: Das nächste Mal verlasse ich mich auf meinen Orientierungssinn und folge gleich dem Soca River, denn dass es irgendwie strange war, was da geschah, das merkte ich durchaus.

Übrigens, der Kozjak Wasserfall kostet keinen Eintritt und ist sozusagen 24/7 geöffnet. Es gibt weder einen offiziellen Eingang noch Personal. Du bist dort also ziemlich auf dich alleine gestellt. Einzig die Parkgebühren von 50 Cent sind am Automaten zu entrichten. Ein Umstand, den ich völlig ignoriere. Wo hätte denn auch der Mensch, der Parktickets kontrolliert, herkommen sollen? Ich war ja mutterseelenallein unterwegs.

Bovec – Willkommen mitten im Nirgendwo

Weiter geht es schließlich die 30 Fahrtminuten nach Bovec. Eigentlich steht mir der Sinn nach einem Kaffee und einem Stück Kuchen oder sonst einer Leckerei. Aber, naja, in Bovec gibt es exakt zwei Cafés: Vor dem einen stand ein LKW und machte bei der Öllieferung einen riesigen Lärm (ungemütlich!) und vor dem anderen standen keine Parkplätze zur Verfügung (doof!).

Ansonsten gibt es in Bovec noch einen Geldautomaten, einen Supermarkt und zig Apartments als Unterkünfte. Zig freie Apartments!

Auch die Kanin Seilbahn, an deren Station ich mich mit Jelena und Sepp verabredet habe, ist mittlerweile außer Betrieb. Vom Café neben der Seilbahn-Station ganz zu schweigen: Geschlossen! Der Kaffee muss also warten und ich verbringe die dreißig Minuten, die ich auf die beiden warte, am Parkplatz der Station in der Sonne sitzend. Zeit für Reiseplanung!

Genug Wasser für heute?

Ich finde ja. Und deswegen hebe ich gleich ab und fliege durch die Lüfte. Vom Paragliding in Bovec erzähle ich dir aber ein anderes Mal. Heute nur so viel:

Hier sind wir abgesprungen!

 


Überblick über die einzelnen Reisestationen:

SlowenienMariborLjubljanaDer slowenische Herbst: Ein Fotospaziergang – Bled: Vintgarklamm / Burg Bled und Bleder SeeBohinj: See und Savica Wasserfall  – Kobarid: Kozjak Wasserfall und Soca FlussBovec –  Rund um Postojna: Postojna Cave, Predjama Burg und LipicaPiran

Kroatien: Istrien: Groznjan / Porec & Rovinj / Pula & Kap KamenjakInsel KrkPlitvicer SeenAuf den Spuren Winnetous: Tulove Grede und Zrmanja PlateauZadar Trogir Split Zagreb – Blogparade: Kroatien & Slowenien in Buchtiteln

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