India light: A hearty welcome in the middle of Goa @ Majorda Beach

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Air India und die Inlandsflüge

Spät ist es als ich endlich in Goa ankomme. Spät Dank Air India. Die haben nämlich am Tag zuvor kurzerhand entschieden, dass sie auf meinem Flug von Varanasi nach Goa mit Stopover in Mumbai einfach mal schnell den Weiterflug canceln. Am späten Abend, nachdem ich von der Ganga Aarti und dem Abendessen in Varanasi ziemlich müde zurückkehre (du erinnerst dich, ganz unemotional war mein Tag in Varanasi nicht), erhalte ich eine E-Mail von der Fluggesellschaft mit der Information, dass der Weiterflug von Mumbai nach Goa gecancelt sei und der Bitte, mich beim Kundenservice zu melden.

Jeder andere wäre wahrscheinlich explodiert, in Tränen ausgebrochen oder nach diesem ereignisreichen Tag der völligen Regungslosigkeit zum Opfer gefallen. Ich bin zu kaputt, um mich über solche Nichtigkeiten aufzuregen. Aufregen bringt nichts. Ändern ließe sich der Umstand sowieso nicht.  

Der nette Herr am Telefon erklärt mir drei Mal die nun möglichen Optionen. Zumindest gehe ich davon aus, dass er mir drei Mal dasselbe erklärt, denn erst nachdem ich jeden einzelnen seiner Sätze wiederholt habe und er nach jedem einzelnen meiner Sätze brav „Yes, yes“ sagt, habe ich eine Vorstellung davon, dass mein Flug zwar gecancelt ist und auch bleibt, sie mich aber auf fünf Stunden später umbuchen können. 

Binnen Sekunden überschlage ich: Zwei Stunden Flug von Varanasi nach Mumbai. Fünf Stunden Aufenthalt in Mumbai. Geplante Ankunftszeit in Goa: 22 Uhr. Realistische Ankunftszeit in Goa: 22:45 Uhr. So wie ich den Standort des Flughafens Mumbai in Erinnerung habe, würde ich schätzen, dass ein Transfer vom Flughafen in die Stadt eine Stunde dauert. Bei normalem Verkehrsaufkommen. Zuzüglich raus und rein beim Flughafen kommt eine Besichtigung Mumbais nicht in Frage. Selbst wenn es schnell geht nicht. Die Community bestätigt meinen Gedanken. 

Für einige Sekunden denke ich darüber nach, den Herren zu bitten, mir einen Weiterflug am nächsten Tag zu buchen. Anflug Mumbai, dort übernachten, Sightseeing, Weiterflug. Wäre ja nicht das erste Mal. Ich atme kurz durch. Blende für einige Sekunden die Geräuschkulisse um mich herum aus. Meine Füße jucken schon wieder. Wo ist mein Tiger Balm? Ich muss dringend meine Nägel komplett runter schneiden, sonst kratze ich mir die Haut auf. Ich bin müde. Ich möchte nicht sprechen. Ich möchte keine Entscheidungen treffen. Und klar denken kann ich irgendwie gerade auch nicht. Nein, Mumbai packe ich nicht. Nicht mehr. Wäre es der Beginn meiner Reise,… – ist es aber nicht.

Zeit totschlagen am Flughafen Teil 1

Ich willige ein. Fünf Stunden Transit gehen vorbei. Ich hatte schon längere. Mit der einkalkulierten Verspätung sind es vielleicht vier. Wenn man sich auf etwas bei Air India verlassen kann, dann auf die Verspätung. Schließlich kommt es wie erwartet: Ich muss lediglich vier Stunden in Mumbai überbrücken. Ankunft in Goa: 22:35 Uhr

Zeit totschlagen am Flughafen Teil 2

Papa Goa holt mich direkt am Flughafen ab. Und trotz meiner Müdigkeit schießt es binnen der ersten fünf Autominuten aus mir heraus: „Where are all the cows? Where is the dirt? And why aren‘t there any other cars on the streets?“ Papa Goa lacht. „This is Goa, my dear!

Welcome to Goa

Als ich mein Zimmer im C Pearl Guesthouse betrete, Glena mir eine gute Nacht wünscht und die Tür hinter mir schließt, lasse ich meinen Blick im Zimmer schweifen. Ich lausche nach Geräuschen. Und bin überrascht. Denn ich höre… nichts! Kein Geräusch. Kein Gehupe. Kein Gegröhle. Kein Geschrei. Und kurz nachdem ich mich auf das Bett gelegt habe, schlafe ich den Schlaf der Toten. Ohne Ohropax. Und mit geöffnetem Fenster.

Der Tag beginnt so ruhig wie er endete. Ein ausgiebiges Frühstück. Kaffee. Noch mehr Kaffee. Vom Bett auf den Balkon. Der Vormittag geht vorbei. Die Mittagszeit geht vorüber.

Blick vom Balkon

Schließlich besorge ich mir einen Roller. Es juckt einfach in den Fingern! 😉 Der Roller ist in überraschend gutem Zustand. Ich drehe eine Runde, überprüfe die Bremsen und den Reifendruck. Schließlich das Licht und die Hupe. Der Besitzer lacht als ich mehrmals die Hupe betätigte. Ich sage: „Come on, the horn is important.“ Und er entgegnet: „Yes, do you know the 3 most important goods on India’s roads? – Good breaks. Good horns…“ „Yes, and good luck!“ Wir verstehen uns! 😉

Die 350 Rupies pro Tag – es ist Nebensaison und eigentlich sollte es aus Kübeln schütten – sind lachhaft. Ich möchte auf den Markt und Obst kaufen. Nach drei Tagen Frittiertem schreit mein Körper nach gesundem Essen.

Goa

Kaum fünf Minuten später sitze ich auf dem Roller. Kaum fünfhundert Meter später beginnt es zu schütten. Gerade noch rechtzeitig, um eine völlige Durchnässung zu verhindern, steuere ich einen kleinen Laden an, stelle schnell den Roller ab und flitze hinein. Meine allzu gewohnte Frage „Have you got tea?“ wird kurz und knapp mit einem frechen Grinsen und „No, only beer!“ beantwortet. Ein Lachen kann ich mir nicht verkneifen. Gut. Was muss, das muss. 

Wenige Minuten später ist der Spuk auf der Straße vorbei. Die Sonne kommt heraus. Ganz schön warm. Ab geht’s auf den Roller. Chandar it is.

Das Menezes Braganza Pereira House in Chandar

Etwa 20 Kilometer südöstlich von Majorda Beach liegt dieses kleine, schnuckelige Häuschen. Danke an der Stelle an die Community für diesen süßen Tipp. 🙂

Es handelt sich hierbei um ein über vierhundert Jahre altes portugiesisches Haus. Eher eine Villa als ein Haus. Für indische Verhältnisse gut gepflegt. Der Garten wirkt wie ein kleiner Urwald. Ein Liegestuhl wäre jetzt perfekt.

Als ich dort ankomme, bin ich mir unschlüssig, ob es überhaupt für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Kein Willkommensschild. Kein Ticketschild. Nichts. Ich frage mich, ob ich überhaupt richtig bin, aber die Größe des Hauses und die Tatsache, dass es eigentlich das einzige richtige Haus im Ort ist, sprechen für sich.

Eine Frau schaut aus dem Fenster und winkt mich nach oben. Sie führt mich durch die Villa. Ich bin erstaunt, wie gut erhalten die einzelnen Möbelstücke sind. Und darüber, dass sich ein solches Schmuckstück mitten im Nirgendwo befindet.

Fotografieren ist hier eigentlich nicht erlaubt.
Hat mich aber noch nie interessiert und so…
…mache ich während dem Durchlaufen ein paar Bilder. Sorry, verwackelt!
Einzig dieses hier darf ich fotografieren. 😉

Das Haus ist mit zahlreichen antiken Möbeln bestückt. Irgendwie ein kleines architektonisches Wunder. Alte antike Holztreppen. Alte antike Möbel. Antik ist auch die Besitzerin. 

Da am Horizont Wolken aufziehen und ich unsicher bin, wie lange ich zurück nach Majorda Beach brauchen werde, mache ich mich nach einem Obst- und Nagellackkauf auf den Rückweg.

Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Tage ich mich schon nach Äpfeln gesehnt habe!

Fun Fact an dieser Stelle: Während meiner Transitzeit im Flughafen Mumbai habe ich mehrfach sämtliche Geschäfte des Flughafens nach Nagellack abgegrast und keinen finden können. Hier, mitten im Nirgendwo, mitten im Nichts, in einem alten schäbigen Supermarkt, in welchem ich eigentlich nur einen Stopp einlege, um Kaffee zu besorgen, werde ich fündig. Du kannst dir vorstellen, wie mich die Dame hinter dem Tresen anschaut, als ich nach Nagellack frage, diese Auswahl bekomme und völlig unvermittelt beim Anblick der Fläschchen in schallendes Gelächter ausbreche.

Damit dieses „Fuß-Elend“ endlich einmal ein Ende hat. :-O

Majorda Beach

Bevor ich die Beine für den restlichen Tag hochlege, fahre ich an meinem Hausstrand vorbei. Viele Worte werde ich nicht darüber verlieren, denn die Bilder sprechen für sich. Ein absoluter Traum! Sandstrand: So weit das Auge reicht. Menschen: Keine! Geräusche: Keine! Goa, mein Paradies auf Erden! Hier bleib‘ ich!

Majorda Beach

Majorda Beach

Majorda Beach

Majorda Beach

 

 


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