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Wenn die Welt ruft...

spicy-blue, extremely loud and incredibly Indian – die Stadt Jodhpur, Rajasthan

Jodhpur

Jodhpur ist schließlich die dritte Stadt, die sich neben Jaisalmer und Bikaner in dem Dreieck der Wüste Thar befindet. Sie wird auch die „Blaue Stadt“ genannt, was auf die zahlreichen blauen Häuser, die sich in dieser Stadt befinden, zurückzuführen ist.

Der Grund für die blauen Häuser liegt unter anderem darin, dass der Gründer der Stadt die Farbe Blau zu seiner Lieblingsfarbe zählte und sie für Frieden und Liebe steht. Verifiziert ist diese Information nicht, aber man erzählt sich unter anderem diese Geschichte in den Straßen Jodhpurs.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass die Farbe Blau die Zugehörigkeit zur Kaste der Brahmanen kennzeichnete und dieser Brauch bis heute übernommen wurde.

Außerdem soll die Farbe Schädlinge abweisen. Letzteres mag durchaus zutreffend sein, hat jedoch weniger mit der Farbe an sich zu tun, sondern vielmehr mit dem Kupfersulfat, das das Blau erzeugt und daher in den Anstrich gemischt wird. Das Kupfersulfat hält tatsächlich Schädlinge wie Termiten von einem Befall der Häuser ab.

Was auch immer der wahre Grund ist, die Stadt solltest du dir auf keinen Fall auf einer Indienreise entgehen lassen, denn sie hat noch ein bisschen mehr zu bieten als ein paar blaue Häuser.

Let’s get it started

Gemütlich um 9 Uhr treffe ich Gurmeet am Teestand am Ausgang der Jaisalmer Burg. Weil der ATM auch wieder funktionstüchtig ist, kann ich Geld holen und die lange Fahrt nach Jodhpur beginnt.

Teestand: Lecker Masala Tee <3

 

Eine erste längere Rast legen wir nach 2,5 Stunden zur Futterversorgung ein. Da kaum etwas los ist, darf ich im Restaurant sogar die Küche besuchen und zuschauen, wie mein Essen zubereitet wird.

Einige Stunden später erreichen wir schließlich Jodhpur und steuern direkt die große Festung an.

Die Meherangarh Festung

Die mega Festungsanlage stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist aufgrund ihrer Lage – sie liegt auf einem Felsen am Stadtrand – von weitem kaum zu übersehen. Gebaut wurde sie Mitte des 15. Jahrhunderts von Roa Jodha – du erinnerst dich -, dem Gründer Jodhpurs und Vater von Bika, dem Gründer Bikaners.

Jodhpur Festung

Jodhpur Festung

Jodhpur Festung

Jodhpur Festung

Mein ganz persönliches Highlight des Tages ist jedoch das kleine, süße Eichhörnchen. Bei einer Tee-Pause nach dem Besuch der Festung traute es sich zunächst kaum in meine Nähe. Aber da ich ja weiß, wie man mit hungrigen Lebewesen am besten umgeht, übe ich mich in Geduld und locke das kleine Dinge immer näher an mich heran bis es schließlich vergleichsweise angstfrei und einigermaßen in Ruhe seine Kekskrümel vor mir verspeist.

Mehr Bilder von diesem Ort und me, myself and I findest du in der Fotogalerie über die Festung Jodhpurs. 🙂

 

Mausoleum des Jaswant Thada

Keine zwei Fahrminuten von der Festung entfernt liegt das Mausoleum des Maharadscha Jaswant Singh II. Es ist ein riesiger Bau aus weißem Marmor. Ganz schön ist in dieser Kulisse auch der kleine See, der sich davor befindet.

Umaid-Bhavan-Palast

Der Umai-Bhavan Palast ist durchaus bestimmt einen Besuch wert. Stehst du auf der Burg, kannst du den Palast schon von weitem sehen.

Ich entscheide mich jedoch gegen einen Besuch – erstens bin ich, was den Fortschritt des Tages angeht, bereits etwas hintendran, zweitens möchte ich noch Gewürze und Tee einkaufen und drittens – was gewichtiger als alles andere ist – macht sich nach meinem Besuch der Festung langsam ein leichtes Hungergefühl in mir breit. Und weil ich den Großteil meiner Kekse an ein Eichhörnchen verfüttert habe, besteht nun akuter Handlungsbedarf.

spicy spices

Die Wahl im spice Shop ist schnell getroffen – die Dame weiß ja, was sie möchte: Tee, das Gewürz, um sich Zuhause in den kommenden Wochen noch den Masala-Tee zubereiten zu können und Pulver für Chicken Curry. 🙂

Mein Fahrer Gurmeet – immer für einen doofen Spruch zu haben oder: “Ashok made the right decision: stupid drivers need stupid travelers.” Dass wir – die Blondine und der Sikh – ständig zuerst einmal doof angeschaut werden, wenn wir unsere Späße machen, versteht sich dabei von selbst. Wir haben aber durchaus ansteckenden Charakter, so dass unser Umfeld früher oder später selbst lachen muss. 🙂

 

Jodhpurs Altstadt

Ich entscheide mich schließlich für eine Unterkunft ganz in der Nähe des clock towers und nach einer kurzen, gaaaanz kurzen Erholungsphase auf meinem Zimmer, mache ich mich auf zum quirrligen Markt um den Uhrenturm und den sich dort befindlichen kleinen Straßen. Mein Zimmer verspricht Gemütlichkeit pur – schöner Ausblick und viel Licht, großes Bettchen, Klimaanlage, Ventilator, Fernseher (den niemand braucht, der aber irgendwie in jedem noch so kleinen Zimmer vorzufinden ist), schnelles Wlan und ein großes, wenngleich auch überaus hässliches rotes Bad mit Dusche und Badewanne.

rot, orange oder irgendwas dazwischen?! :-O

 

In der Altstadt, am Sadar Market, herrscht buntes Treiben. Die Lautstärke und das Klanggemisch aus Gehupe, Marktschreiern und noch mehr Gehupe ist mir mittlerweile nur allzu vertraut und stört mich nicht mehr. Neben all den Geräuschen werde ich immer wieder gebeten, diesen und jenen Gewürzshop zu besuchen. Das völlige Ignorieren gelingt mir mehr als gut, so dass ich mich auf das konzentrieren kann, was neben all den Gewürzen, Teesorten, Saris und Magnetschmuck an Essbarem vorzufinden ist. 😉

Uhrenturm Jodhpur

 


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