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Wenn die Welt ruft...

Hier stinkt’s! Es ist heiß! Ich will heim! – Mein erster Tag in Delhi

Hier stinkt’s! Es ist heiß! Ich will heim!

Gut, damit wäre das Pflichtprogramm an vorab abgesprochenen Sätzen, die mein allererster Blogbeitrag aus Delhi beinhalten sollte, abgehakt. 😉

Weiter geht es im Text, denn du willst sicherlich wissen, wie Delhi wirklich ist. Los geht’s.

Hier stinkt’s! Es ist heiß!

Und es ist laut. Außerdem ist es dreckig. Heute Nacht und heute Morgen hat es geregnet. Die Abkühlung ist nur von kurzer Dauer. Danach ist es wärmer als zuvor. Der Lärm in den Straßen ist teilweise ohrenbetäubend. Überall sind Autos. Überall wird gehupt. Auch in der kleinsten Straße. Jedes einzelne Gefährt, das der Fortbewegung dienlich erscheint, scheint eine Hupe zu besitzen. Und überall sind Menschen. Und Bettler. Und bettelnde Kinder.

Und trotzdem bin ich meilenweit davon entfernt, nach Hause zu wollen. Warum? – Das ist das Leben. Das reale Leben. Kein Hollywood und kein Bollywood. Es lenkt dich für einige Zeit von deinem eigenen Leben ab, das dir in Relation hierzu geradezu nichtig erscheint. Von deinen eigenen Luxusproblemchen. Von deinen eigenen Gedanken, von deinen Vorstellungen von deinem Leben, von deinen eigenen Wünschen und Träumen. Dein eigenes Leben steht hier völlig still. Scheint geradezu nicht mehr existent. Standby in 5 Sekunden. Denn hier geht es teilweise um das nackte menschliche Überleben oder mindestens um das Überleben im Chaos.

Fahrrad-Rikschas hier. Moped-Rikschas dort. Kühe auf den Straßen. Taxis. Roller. Fußgänger. Selbst ernannte tour guides. Bettler liegen an den Straßenecken. Menschen sitzen auf dem Boden, liegen auf Matten oder einfach nur im Dreck. Einige verkaufen Dinge, mit denen sie hoffen, ein paar Rupie zu verdienen. Andere sitzen einfach nur da, den Kopf auf den Boden gesenkt – teilweise schlafend, teilweise vor sich hinschauend.

SIM-Karten-Kauf Delhi

Als mich mein Fahrer heute Nacht am Flughafen abholte, besorgten wir zuallererst eine SIM-Karte, damit meine Erreichbarkeit für die kommenden Wochen garantiert war. Alles verlief reibungslos. Noch im Flughafenterminal steuerten wir den Schalter von Airtel an, ich legte meinen Pass auf den Schalter, zeigte mein Visa, entschied mich für ein package und erhielt die Information, dass ich am nächsten Tag um 11 Uhr den Kundenservice anrufen und meine Karte aktivieren müsste.

Transfer vom Flughafen

Während der circa 30-minütigen Autofahrt zu meiner Unterkunft erhielt ich einen kurzen Vortrag darüber, wie ich mich in Indien – vor allem im Hinblick auf meine Tage und Wochen, die ich hier komplett alleine zu verbringen gedachte – verhalten solle. Grob lassen sie sich auf drei Sätze reduzieren. Ich zitiere Gormeer, meinen Fahrer: „Never talk to anybody in the streets – just ignore them and walk by.” Und, was er noch für viel wichtiger hielt: “Be back at your hotel by 8pm and never stay out during the night.” Den Grund, der er hierfür angab, war unter anderem das Problem, irgendwelche Substanzen in die Getränke geworfen zu bekommen, überfallen zu werden und und und. Außerdem seien nachts auf den Straßen ausschließlich junge Männer unterwegs und „they like beautiful women like you.“ Und schließlich: “Only take as much money as you need with you.” Würde ich mich an das halten, sei er “one hundred percent sure that this is going to be your best trip ever”.

Safety precautions: check!

Mein erster Tag in Delhi

Als um 11 Uhr die ausgehändigte Servicenummer nicht erreichbar war, weil meine Nummer sich nicht im Netz registrieren und keine ausgehenden Anrufe zulassen wollte, machte ich mich nach diversen Kaffees und ein paar Toastbroten auf Richtung Connaught Square. Dieser war sowieso mein Ziel und dort gab es einen Airtel-Shop. Am Eingang des Shops wurde ich direkt von einem netten Inder abgefangen, so dass mir das Nummer ziehen und in der Schlange anstehen erspart blieb – es hätte sicherlich eine Stunde gedauert, denn der Laden war gestoßen voll. Ich beschrieb mein Problem, er rief von seinem Handy aus den Kundenservice an, sagte mir, dass ich noch ein paar Stunden bis zur Aktivierung warten müsse.

Wieder raus auf der Straße steuerte ich einen coffee shop an. Eine Stunde später: Erneuter Versuch beim Kundenservice. Der Anruf funktionierte. Die Kommunikation nicht. Auch wenn ich davon überzeugt war, dass man Englisch mit mir sprach, verstand ich kein einziges Wort. Fünf Service-Mitarbeiter später hatte ich schließlich mit meiner Passnummer den SIM-Karten-Kauf verifiziert. Fünf eingegangene und eine ausgehende SMS später war die Aktivierung erfolgreich. Ich hatte LTE. Mal sehen, wie lange.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang rund um den Connaught Place und einigen Obst- (3 Mangos und 5 Bananen für 1,20 Euro – yummy) und Wassereinkäufen legte ich schließlich eine kurze Pause in meiner Unterkunft ein. Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass mir der Schweiß die Stirn herunterlief. Eine Stunde Pause, Füße hochlegen, Klimaanlage genießen, Schulden bezahlen gehen, Futtersuche.

Schulden bezahlen?! – Ja, ich hatte mir im Laden vorne auf der Straße eine Coke light und eine Schachtel Zigaretten besorgt. Der Besitzer besaß kein Wechselgeld, gab mir meinen Einkauf trotzdem mit und bat mich, später zum Bezahlen vorbeizukommen.

Mein erstes Gefühl von Delhi

Was sagt mein erstes Gefühl? – Interessant! Sieht man mal vom Dreck, dem Gestank und der Lautstärke ab, so bin ich ein wenig geflasht.

Alle paar Meter sprechen mich Menschen an. Den Großteil ignoriere ich und laufe weiter. Bei einigen anderen entgegne ich ein „No, thank you“ auf was auch immer sie zu mir sagen. Mit einigen unterhalte ich mich für ein paar Meter und gebe dann zu verstehen „Okay, and now, you go your way and I go mine.“ Was auf den ersten Blick wie nervige Aufdringlichkeit erscheint, löst sich jedoch nach einer klaren Ansage sofort wieder auf.

Geflasht bin ich auch von den krassen Gegensätzen: einerseits liegt hier ganz viel Geld in Form von exklusiven Läden und Restaurants an der Straße und andererseits ganz viel Armut – wortwörtlich – auf der Straße. Es erinnert mich ein bisschen an Kambodscha. Bettelnde Kinder. Bettelnde Frauen. Und irgendwie auch doch wieder nicht. Denn krasser geht irgendwie immer: Bisher hat mich zumindest noch niemand wirklich verfolgt und noch keine Frau hat versucht, mir ihr Baby zu verkaufen.

Einen Tempel besuchte ich ebenfalls. Ich war etwas überrascht davon, dass man mir keinen Gabenteller aufschwatzen wollte, sondern mich lediglich daran erinnerte, meine Schuhe vor dem Betreten auszuziehen.

Tages-to-do: check

Sightseeingtechnisch gibt es ansonsten heute nicht viel zu erzählen, denn für heute waren lediglich ankommen, SIM-Karte besorgen, spazierengehen und chillen angedacht. Gerade was Letzteres angeht, war dies heute ein bisschen notwendig, war ich doch erst um 4 Uhr ins Bett gekommen und bereits um 9 Uhr wieder aufgestanden. Morgen geht es mit dem Sightseeing durch Delhi dann los. Die Planung hierzu ist noch in Gange. 😉

Für heute musst du daher mit den ungeschönten Delhi-Bildern (folge dem Link für weitere Bilder) auskommen. Morgen werden sicherlich noch ein paar (schöne?!) dazukommen. Lass’ diese hier abseits des 0815-Tourismus bis dahin auf dich wirken.

Reisevorbereitung: läuft^^

Um 20 Uhr im Hotel zu sein ist vielleicht…

 

Delhi

…gar keine so blöde Idee.

 

Delhi

Dann gibt’s den abendlichen Kaffee halt schon um 19 Uhr. 😉

 


Indien Überblick:

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